Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Französische Literatur. Fontanes.

Als den Inbegriff dessen, was Napoleon als Literatur erhaltenund geltend gemacht haben wollte, kann man die Schriften und dasTreiben des bereits in der politischen Geschichte erwähnten Rhetorsund Sophisten Fontanes ansehen (s. S. 163. und 378). Dieserwar schon vor der Revolution durch Gedichte berühmt geworden,welche zwar wenig Gehalt hatten, aber dem herrschenden Geschmackeentsprachen. In der Revolution erwarb er sich 1793 durch eine De-klamation gegen den Misbrauch des demokratischen Systems bedeu-tenden Ruf. Als nämlich die Lyoner eine Deputation nach Parissandten, um wegen der von Collot d'Herbois und Fouchö verübtenGrausamkeiten (s. Th. XVII., S. 338) Klage zu führen, verfaßteFontanes die Rede, welche das Haupt der Deputation am 20. De-cember 1793 im Convent vorlas. Diese Rede enthielt, neben ihremeigentlichen Gegenstand der Beschwerdeführung, alle jene hochklin-genden und rhetorischen Freiheits-Phrasen, welche zur Zeit der Ter-roristen. Mode waren. Vergleicht man sie daher mit dem, wasFontanes später unter Bonaparte und unter den Bourbons pomp-haft vorgebracht hat, so erscheint er als einer der größten Meisterin der Kunst, die Ohren der Franzosen bald durch demokratische,bald durch monarchische, bald durch legitimistische Redensarten zuergötzen. Als 1796 der Royalismus wieder das Haupt erhob, ar-beitete Fontanes in Zeitschriften für die Sache desselben. Er mußtedaher nach dem Staatsstreiche des 18. Fructidor 1797 die Fluchtergreifen. Er begab sich damals nach England. Dort traf er mitChateaubriand zusammen, und schloß sich an diesen Messias des durchdie Romantik wieder neu zu belebenden Katholicismus und allerseiner Ausartungen an.

Ein solcher Schriftsteller war für Bonaparte der rechte Mann,um die monarchischen und hierarchischen Grundsätze, welche der ersteConsul verbreitet haben wollte, durch Redekünste zu empfehlen unddas Uuterrichtswesen nach seinem Sinn und Willen einzurichten.Bonaparte gebrauchte ihn schon 1800, als bei der TodesfeierWashington's Freiheitsgedanken aus unschädliche Weise ausgesprochenwerden sollten. Nachher hatte Fontanes in dem Mercur, einemJournal, welches der Moniteur für die Literatur war, das großeWort zu führen, um der dem äußeren Scheine nach ganz republi-kanischen Regierung dazu behülflich zu sein, daß Alles auf die alten