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Geschichte der neueren Zeit.
Formen und auf monarchische Grundsätze zurückgebracht werde.Der Hof-Kritiker eiferte im Mercur auf der einen Seite gegen diedurch Protestantismus, sowie durch einen Anstrich von Liberalismusund von deutscher Ideologie anstößigen Schriften der Frau vonStaöl, und übergab auf der anderen Seite Chateaubriand mit demduftenden Weihrauch akademischer Phrasen, weil derselbe ein Chri-stenthum zu begründen schien, welches nur die Phantasie, nicht dasHerz in Anspruch nahm. Zu gleicher Zeit spielte Fontäne in denoben erwähnten geselligen Kreisen, in denen ebenfalls das Alte untereiner neuen Form gehegt und gepflegt wurde, eine bedeutende Rolle.Im Jahre 1804 ernannte Napoleon den genannten Schönrednerzum Präsidenten des gesetzgebenden Körpers, und in dieser Stellungmachte er sich dem Kaiser dadurch nützlich, daß er die Maßregelnder Regierung mit dem Prunkgewande akademischer Phrasen um-kleidete. Damals war Chateaubriand schon eifriger Anhänger derBourbons und arger Papist; dessenungeachtet wußte Fontanes ihmEinfluß zu verschaffen, ohne den Kaiser zu beleidigen. Dieser ernannteseinen Hofredner 1808 zum Großmeister der neu gegründeten kaiser-lichen Universität (s. S. 162 f.), durch welche die alte monarchisch-hierarchische Form des Jugendunterrichtes mit der einzigen Modifi-kation wiederhergestellt werden sollte, daß das Militärische neben undüber dem Hierarchischen vorherrsche. Wie gut Napoleon seinenMann gewählt hatte, zeigte Fontanes alsbald durch eine Prunk-rede, in welcher er die römische Kaiserzeit und die Zeiten Ludwig's XIV.für diejenigen Perioden erklärte, die sogar in Rücksicht der philoso-phischen Bildung den Vorzug vor allen anderen Zeiten verdienten.
Ungeachtet aller Bemühungen Napoleon's, auch in der Literaturdas Alte wieder zur Herrschaft zu bringen, ging dieses doch schonzur Kaiserzeit allmälig unter. Sogar das. Hauptwerkzeug, dessensich Napoleon dabei bediente, Fontanes, begünstigte-und förderte,ohne es zu wissen und zu wollen, die literarische Opposition gegendas System des Kaisers. Diese Opposition war eine doppelte, eineroyalistisch-Papistische und eine republikanisch-konstitutionelle. DieLetztere war für Napoleon am wenigsten gefährlich, weil sie vieleGattungen von Freisinnigen umfaßte und deshalb durch Getheiltheitschwach blieb. Die andere Partei dagegen, deren Mitglieder voneinem positiven und blinden Glauben beseelt waren, bildete ein ge-