526
Hydranlik.
würde mit zu vielem Aufwande verbunden seyn. Dagegen "lebtes an geschützteren Stellen noch jetzt einen natürlichen Anwachs,und selbst, wo dieser nicht statt findet, kann es der Mühe undder Kosten werth seyn, ihn hervorzubringen. Da wo der, vordem grünen Ufer liegende, Vorgrund einen so ungemeinen fla-chen Abhang hat, dafs dieser auf einige hundert Fufs Entfer-nung nicht viel über einen Fufs beträgt, da legt sich bei ge-wöhnlichen Fluthen selbst der feinere, im Wasser zertheilte,Schlamm zu Hoden, und wenn er gut entwässert wird, so er-langt er während der stillen Sommerfluthen Consistenz "enu".
° O O"
um auch den stürmischen Winterfluthen zu widerstehen. Da-her ist der natürliche Anwachs da am Besten im Fortgange, wosich durch Zufall kleine Kinnen, in denen das Wasser bei derersten Ebbe abläuft, gebildet haben, weil da der an andern Stel-len allzu feucht und halbllüssig bleibende Schlamm mehr Festiff-heit erlangt. Die Kunst, den Anwachs an solchen Stellen zubefördern, besteht daher nur darin , dafs man sehr flache Ver-tiefungen , vom Ufer hinauswärts laufend, gräbt, und die wei-che Erde an die Seite wirft, von welcher die stürmischen Windesie auf das zwischen liegende einige Ruthen breite Feld, undnicht in den flachen Graben zurück führen. Diese kleinen,wenn gleich nur aus Schlamm aufgeführten , nicht einen Fufshohen Dämme werden bald fest und erlangen die Consistenz,welche nöthig ist, um die ersten auf salzenem Bpden wachsendenKräuter hervorzubringen, und diese bedecken zuerst dieseDämme und dann bald auch die zwischen liegenden Stücke. Daes an Saamen zu diesen Pflanzen nie fehlt, so wird nach undnach dieser Boden von selbst immer dichter mit Fflanzen besetzt,die zwischen sich den Ruhestand des Wassers und das Sinkender Schlammtheile beförden , so dafs der Anwachs um so leb-hafter fortgeht, und der Boden sich um so sicherer erhöhet, jemehr er schon begrünt ist. Dieses dauert nicht blofs bis zurHöhe der täglichen Fluth, sondern noch weiter; denn obgleichdie höheren Fluthen schon seltener sind, so kommen doch die,welche die gewöhnliche Fluth um 3 bis 4 Fufs übersteigen, nochoft genug vor; diese bringen, weil sie mit stürmischem Wetterverbunden sind, viele erdige Theile mit, und dieser Schlammsenkt sich zwischen den, zum Theil hoch aufwachsenden Kräu-tern in starkem Mafse. Ganz ebenso müssen auch diejenigenMarschen entstanden seyn, die vor den Zeiten einer regelmä-