596
Hygrometer
andeuten soll. Ungleich weniger ist die Vorrichtung des F.Mersenne bekannt geworden, welcher eine Darmsaite aus-spannte, und aus ihrem tieferen Tone auf gröfsere Feuchtigkeit,aus dem höheren auf Trockenheit schlofs 1 .
Unter die bekanntesten und wejea ihrer Einfachheit nicht ganzverwerflichen Hygrometer gehört das von Chimisello auf Ver-anlassung einer von der Churpfälzischen Akademie der Wissen-schaften 1783 über die Verfertigung harmonirender Hygrometeraufgegebenen Preisfrage in Vorschlag gebrachte Federkielhygro-meter. Man nimmt hierzu einen unpräparirten Kiel einer ge-meinen Gänsefeder, schabt ihn sehr dünn, welches am bestennach Anfiillnng desselben mit Quecksilber geschieht, füllt einenach der Weite der einzusenkenden Glasröhre zu bestimmendeLänge desselben mit Quecksilber, senkt eine Glasröhre hinein,bis das Quecksilber ohngefähr in die Mitte derselben aufsteigt,und bindet den Kiel an dieser mit einem seidenen Faden fest.Zur Bestimmung der festen Functe wählte er für die gTöfsteFeuchtigkeit das Einsenken in Wasser, und für die gröfsteTrok-kenheit das Aussetzen an die Sonnenstrahlen bei trockner At-mosphäre und 25° B. Temperatur 2 . Ein diesem gleiches Hygro-meter hatte schon früher Capi\eau vorgeschlagen, jedoch be-stimmte er zu festen Puncten das Einsenken in Eis für die gröfsteFeuchtigkeit, welche er mit 0 bezeichnete , und die Wärme un-ter einer brütenden Henne, welchen er mit 33° bezeichnete 3 .Stiider 4 5 hat eine vollständige Beschreibung des Verfahrensmitgetheilt, vermittelst dessen dieses Hygrometer möglichst voll-kommen verfertigt werden kann, und er giebt ihm namentlichauch in Beziehung auf seine Dauer einen entschiedenen Vorzug;allein die Erfahrung zeigt genugsam, dafs alle Federkiele mitder Zeit ihre hygroskopische Kraft verlieren, obgleich sie denfrischen im hohen Grade eigen ist. Statt der angegebenen Con-struction empfiehlt Retzius s den dünn geschabten Federkielschraubenförmig in einen schmalen Streifen zu schneiden,
1 S. Dulencä Traitd des barometres, thermom. ct hygromütres.Amst. 1688.
2 Opuscoli scelti di Milano. T. IX. p. 1. G. IV. 479.
3 Journ. de Phys. XV. 384. .
4 G. LIX. 309.
5 Lichtenb. Mag. IV. 163. V. 115.