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Hygrometer
ein. Gouid 1 bemerkte die außerordentliche Kraft, womit dasVitriolöl die Feuchtigkeit aus der Atmosphäre aufnimmt, undhing daher eine Quantität desselben in einem gläsernen Schäl-chen an einem empfindlichen Waagebalken auf. Der andere Armdes Waagebalkens wurde mit einem Gegengewichte balancirtund in eine lange Spitze verlängert, welche über einem geteil-ten Bogenstücke hinlief, und auf demselben die Grade derFeuch-tigkeit angab. Statt des Vitriolöls empfiehlt Gould auch Wein-steinöl oder Salpetersäure , allein es leidet keinen Zweifel, dafsersteres ungleich besser ist. Noch 1S19 hat Livingstone inCanton ein solches Hygrometer gebraucht, und eben so genauals empfindlich gefunden. Das Schälchen an dem einen Armedes Waagebalkens enthielt 21 Gr. concentrirte Schwefelsäurevon 1,845 spec. Gew. und 29 Gr. Wasser, welche Mischung insehr feuchter Luft um ihr ganzes Gewicht vermehrt wurde. DieScale, welche die Zunge des Waagebalkens durchlief, war fürjeden Gran in 20 Theile getheilt, und hatte im Ganzen also1000 Theile *.
Unter die bekanntesten Hygrometer gehört das von TobiasLowitz angegebene 1 2 3 . Dieser fand an den Ufern der Wolga eine Art dünne bläuliche Schiefersteine, welche die Feuchtig-
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keit begierig aufnalnnen, dann aber leicht wieder abgaben. EinTäfelchen dieses Thonschiefers wog nach dem Glühen 175 Gran,getränkt mit Wasser 247 Gr., hatte also 72 Gr. Wasser oder
mehr als — seines Totalgewichtes aufgenommen. Einen sol-chen Stein hing der ältere Lowitz an den einen Arm eines em-pfindlichen Waagebalkens, und brachte ihn mit einer silbernenKette am andern ins Gleichgewicht, deren Ende an einem Schie-ber befestigt war, welcher in einem Falze an einem Brette die
1 Phil. Trans. Nro. 156. Acta Erud. Lips. 1685. p. 315.
2 Edinb. Phil. Journ. N. I. p. 116.
3 Gotting. Mag. III. Jahrg. St. 4. Nro. 2. Ikochodzow behaup-tet, er sey der eigentliche Erfinder des Lowitz’schen Hygrometers,weil er schon früher diesen Stein zu IJmietriewsk an der Wolga ge-funden , den Unterschied seines Gewichtes nach dem Glühen und demBefeuchten entdeckt, und ihn daher an einer Waage aufgehangenhabe, um vermittelst der Differenz des Gewichtes den Feuchtigkeits-zustand der Luft zu messen. S. Acta Acad. l’et. It. P. 2. p. 11)3. vomJahr 1778.