Theorie.
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anhaltend ausgesetzten hygroskopischen Substanzen in der Regelmit einer Lage tropfbar flüssigen Wassers belegt werden ; alleineine Frage ist hierbei, wie schon bemerkt worden, noch garnicht erörtert, nämlich in welchem Verhältnisse die Verwandt-schaften der Luft und der hygroskopischen Substanzen gegenWasser bei ungleichen Temperaturen zu einander stehen. AlleKörper werden durchWärme trockner, während die Luft alle-zeit aufs Neue den gebildeten Wasserdampf aufnimmt und fort-fiihrt, und wenn gleich hierauf aus andern Gründen nicht mitGewifsheit ein Schlufs gebauet werden kann, so ist es dochmöglich, dafs die Affinität der Luft zum Wasserdampfe mit derTemperatur wächst, zu den hygroskopischen Substanzen aberabnimmt, und in diesem Falle würde der Tunet der grölstenFeuchtigkeit so viel niedriger zu liegen kommen, in je höhererTemperatur man ihn bestimmte, es sey denn, dafs man dasEintauchen in Wasser hierzu wählte, wodurch der Punct voll-kommener Feuchtigkeit gegeben werden mufs, wenn nicht dieEinwirkung des heifsen Wassers auf die hygroskopische Substanzanderweitige Irrthümer herbeiführt. Es belohnt sich nicht derMühe, aus den bisher angestellten Versuchen oder durch neueauszumitteln, in wie fern hieraus Unrichtigkeiten erwachsen kön-nen, w'eil diese ganze Classe von Hygrometern aus andern Grün-den als unbrauchbar erscheint.
Eine Hauptfrage ist nämlich, in wie weit die zwischen denbeiden Normalpnncten liegenden Crade bei den verschiedenenHygrometern mit dem wirklichen Feuchtigkeitszustande der At-mosphäre übereinstimmen. In dieser Beziehung hat ein jederErlinder bei seinem vorgeschlagenen Apparate vorausgesetzt, dafsdie Grade der atmosphärischen Feuchtigkeit den zwischen beidenEndpuncten der Scale enthaltenen Abtheilungen direct proportio-nal seyen, was aber keineswegs aus theoretischen Gründen noth-wendig folgt, und aus der Erfahrung dadurch widerlegt wird,indem sonst alle Hygrometer correspondirend seyn müfsten,statt dafs die beiden vorzüglichsten , nämlich das von nt Lucund von de Saussure eine so auffallende Verschiedenheit zei-gen, wie aus der oben unter A mitgetheilten Tabelle gegen jedeEinwendung sichtbar hervorgeht. Sobald sich aber solche be-deutende Abnormitäten zeigen, so entsteht die Frage, welchesHygrometer das richtige sey ? und diese ist durch alle weit-läufigen Untersuchungen bisher nicht einmal zum eigentlichen