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[Fünfter Band. H - K.]
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Inkliuatorium.

Fig.

170.

beinahe unmöglich ist, die statische Abgleichung der Magnet-nadel für sich allein zu bewerkstelligen. Die Reibung, welchedie Enden der Queraxe in den Lagern erleiden, verhindert dieNadel, zumal wenn sie schwach magnetisirt und von einigemGewichte ist, sich in die Richtung des magnetischen Stromeszu setzen; Excentricität, Theilungsfehler, Schwierigkeit derSchätzung beim Ablesen, nicht genau cylindrische Zapfen, in-härirender Magnetismus des messingenen Ringes sind ebenso-viele Quellen von Ungenauigkeit, so dafs zuverlässige Neigungs-beobachtungen zu den sorgfältigem physikalischen Versuchengehören 1 , welche ebenso sehr die Genauigkeit des Künstlers beiVerfertigung des Werkzeuges, als die Gewandtheit des Experi-mentators beim Gebrauche desselben in Anspruch nehmen.

Die Mängel der früher gebrauchten Inklinatorien veranlafs-ten die Pariser Akademie der Wissenschaften im Jahre 1743, aufdie beste Construction dieses Instruments einen Preis auszusetzen,den Daniel Beknoulli erhielt. Dieser suchte der Unvollkom-menheit des Aequilibrirens der Nadel durch Anbringung eineskleinen Gewichtes zu begegnen, das um die Axe derselben be-weglich war. Auf die Queraxe der Nadel NS war nämlich alsGewicht ein kleiner Zeiger CQ aufgesteckt, dessen veränderli-che Stellung auf dem eingetheilten Kreise AEQ bemerkt wurde.Es wurden dann alle Neigungen der Nadel notirt, welche die-selbe vor dem Magnetisircn bei den verschiedenen Stellungendes Zeigers darbot, wodurch man eine Aequationstafel erhielt,und eben diese Stellungen des Zeigers wurden sodann auch mitder magnetisirten Nadel durchprobirt. Die Lage der Nadel, wel-cher in beiden Fällen ein gleicher Stand des Aequations-Zeigersentsprach, gab die wahre Neigung zu erkennen. Kraet 2 3 4 undAlbert Euler 3 verfolgten diesen sinnreichen Gedanken undder Erstere zeigte, wie.man durch Anwendung einer kleinenRechnung die Aequationstafel, deren Construction immer müh-sam war, entbehrlich machen könne. So grofs auch die Sorg-falt war, die der geschickte Brander 4 als Künstler auf dieseInklinatorien verwendete, so entsprachen sie dennoch ihrem

1 Hassteen’s Urtheile in Schuraacher’s astron. Nachr. No. 144.

2 Acta Acad. Petropol. A. 1778. P. 2. p. 170.

3 Hist, de PAcad. de Berlin . A. 1755.

4 Beschreibung des magnct. Declinatorii ond Inclinatorii, Augs-burg 1779. 8.