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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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schalen und drgl. Die letztem leuchten im natürlichen Zustandenur kurze Zeit; aber in mäfsigem Kohlenfeuer so durchglüht,dafs sie nicht zerfielen oder vielmehr erst spater in kleinereStücke zerfielen, zeigten sie sich nach dem Bestrahlen 6 Minutenlang mit schönem gelblichen Lichte. Caxton’s Phosphor, deraus solchen gebrannten Austerschalen, mit einem Drittel Schwe-felleber gemischt, besteht, ist als vorzüglich gut durch Bestrah-lung leuchtend bekannt. Osann stellte vergleichende Versuchemit den von ihm entdeckten und dem Bononischen Leuchtsteinean und fand, dafs, nachdem sie 1 Minute dem Tageslichte aus-gesetzt gewesen waren, der Bononische Phosphor 4 Minuten,der goldgelbe Arsenikphosphor 34 Minuten, der Antimonphos-phor 149 Minuten leuchtete; Realgarphosphor leuchtete am Endedieser Zeit noch ebenso schön, als eine Stunde früher. Alledrei neue Phosphore, dem Lichte des in Sauerstolfgas bren-nenden Phosphors 1 Minute lang ausgesetzt, leuchteten im Dun-keln; das Licht des in Sauerstoffgas brennenden Schwefels, wel-ches den Bononischen Phosphor nicht leuchtend macht, bewirktebei jenen Leuchtsteinen Phosphorescenz , ja ein gewöhnlichesTalglicht und ein weifsgliihendes Eisen, jedes in 1 Eufs Ent-fernung von den neuen Leuchtsteinen gehalten , machte sie imDunkeln leuchtend.

Von den allgemeinen Bemerkungen über diese Art der Phos-phorescenz verdienen noch folgende angeführt zu werden. Esbedarf keiner lange fortgesetzten Einwirkung des Sonnenlichtesoder Tageslichtes, um die Phosphorescenz hervorzubringen, unddiese kann daher nicht von Erwärmung herrühren , welche inwenigen Secunden unmöglich einen bedeutenden Grad erreichenkann. Im Allgemeinen sind weifse Körper mehr als dunkelfar-bige oder schwarze geeignet, durch Bestrahlung leuchtend zuwerden , indefs giebt es auch viele weifse Körper, welche dieseEigenschaft nicht besitzen. Berühren mit der Hand, Reiben unddrgl. stört das Leuchten nicht; dieses ist also nicht so der Ober-fläche eigen, dafs es weggewischt werden könnte; ja man er-kennt auch deutlich, dafs gute Phosphore als halb durchsichtigerscheinen, und wenn man , während sie leuchten, Eurchen insie feilt, so leuchtet auch die so neu hervonrebrachte Oberfläche.Dieses Leuchten findet selbst bei einer Kälte von — 10° R. sogut wie bei + 20° statt. Selbst das Eis wird leuchtend. DiePoiitur schadet der Phosphorescenz und am Marmor zum Beispiel