262 XXI. Buch. Die Zeiten des dreißigjährige« Kriegs.
stammten von Stephan, Sohn des Kurfürsten Ru-precht, welcher König der Teutschen gewesen war.Dieses Haus bewies einen vorzüglichen Eifer fürdie reformirte Glaubensform. Von pfälzischen Thee-logen war der Heidelbergische Katechismus geschrie-ben worden; ein Buch, dessen controversistischerTheilzu ausführlich und hart, worin aber sonst ein tröst-licher Geist des Christenthums eindringlich ausge-drückt war; nicht eine Glaubensvorschrift, aberdasLehrbuch der meisten teutschen Reformirten. DieWissenschaften blüheten in keiner teutschen Stadtbesser als Heidelberg. Im Kriege waren die Pfalz-grafen durch Muth und Einsicht ausgezeichnet.
Der Glaubenseifer, die Begierde nach Ruhm,nnd die Königstochter Elisabeth verführten Fried-rich zu Annahme der Krone Böheims. Dieses ansanfte Regierungen gewöhnte gleich entsetzte sich beider Aussicht auf die intolerante Herrschaft, welcheFerdinand, als noch Matthias lebte, nicht undeut-lich ankündigte. Die Böhmen ließen ihre Wuth anseinen Rathgebern aus, und boten die Krone deinipfalzgrafen an, der König, meinten sie, habe denVertrag gebrochen; sie seyen hiedurch von ihm frei.Aber es fehlte Friedrich nicht sowohl die Macht alsder Geist und Muth, womit er die Oppositionspar-tei in Böheim und in Deutschland auf einerlei Zweckhätte zusammenhalten müssen. Der Herzog vo«Bayern, Marimilian, sein Vetter, ein Herr vongroßer Thätigkeit und fester Katholicität, ergriff die
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