Cap. s. Richelieu.
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und reif wie ein Senator der alten Venedig, allver-mögender Minister Ludewigs xm, der eines sol-chen Mannes bedurfte, hatte den Plan, Frankreichzur ersten Macht in Europa zu erhöhen, und führteihn aus. Indeß die Mutter, indeß der Bruderseines Herrn die Seele vieler Verschwörungen wi-der seinen Einfluß und sein Leben waren, der Kö-nig, in Allem schwach, ihn mehr fürchtete alsliebte, das Heer weit unter den kriegserfahrnenTruppen der Habsburgischen Häuser, das Finanz-wesen in äußerster Unordnung war, die Nationdas Verdienst des Cardinals nicht kannte, derAdel ihn unaufhörlich nöthigte, von Erwägung dergrößten Verhältnisse sich zu Zerstreuung niedrigerHofcabalen herabzulassen, hatte Richelieu nicht we-nig zu der Entschließung des Königs von Schwe-den beigetragen, befestigte dessen erschüttertes Werk,und vereitelte die wiederauflebende Hoffnung sei-ner Feinde. Schweden hatte große Männer, wel-chen allein das fehlte, was er geben konnte, dieHälfsquellen eines großen Reichs.
In dem Jahr nach der Schlacht bei Nördlingen n. L.griffen die Franzosen alle Berührungspunkte derösterreichischen Monarchie zu gleicher Zeit an, umzu verhindern, daß die Masse der feindlichen Machtirgendwo nachdrucksam wirke; im Valtellin, aufdaß die teutschen Heere desto schwerer aus Italienzu verstärken wären, und Italien vor Teutschlandsicher sey; in Flandern, um die Spanier zu beschäf-