72 XXII. Buch. Uebergewicht der Könige von Frankreich,
Verdmi'lller vergeblich belagert, und verloren dirReformirten die erste Schlacht bei Vilmergen; dirWirkung war größere Erbitterung.
Der Stolz Ludewigs XIV. erweckte in den Caa-tons ein besseres Gefühl des wahren Gegenstandesihrer Aufmerksamkeit; für einige Zeit schienen stegesunde Politik anzunehmen.
Die Mangel der Gesetzgebung wurden durch dieSitten ersetzt.
Unter den Städten schien Zürich den meiste«Unruhen ausgesetzt. Keine andere Bürgerschaft immit dem gemeinen Wesen so viel beschäftiget; nir-gend war eine allgemeinere Theilnehmung für das-selbe. Aber zuweilen verwirrten UeberspannuiMder Leidenschaft den klaren ruhigen Blick, womitGeschäfte behandelt werden müssen. Die Gesetzewaren in Luzern weniger Veränderungen ausgesetzt,die Parteien in der Verwaltung sehr starken. Dieseführte zur Oligarchie; Zürich wurde mehr demokra-tisirt.
Die herrschenden Parteihäupter zu Luzern han-delten mit den Unterthanen, wie es ihnen gutdäuchte; dieses veranlaßte vieles Mißvergnügen de-rer, die im Genuß großer Freiheiten sich der Staktergeben hatten. Der Landschaft von Zürich war derGeist der Zünfte (zugleich Handwerksinnungen) oftlästig; es schien, als würde nicht sowohl die Schweiz,Stadt und Land, und nicht sowohl die Stadt, alsdie Zunft eines jeden als das Vaterland betrachtet,
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