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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Luftblase.

und zwar um so weifser, je mehr die Zahl der reflectirendenFlächen der vielen nahe hinter einander liegenden Blasen mitder Kleinheit der einzelnen Luftbläschen wächst. Dieses zeictsich am auffallendsten beim Seifenschäume.

Eine zweite Classe von Luftblasen , die sich allerdings vonden bisher betrachteten etwas unterscheiden, sind diejenigen,welche in einer gröfseren Masse irgend einer Flüssigkeit erzeugtwerden. Wie auch die Form der einzeln gebildeten bei ihremEntstehen seyn mag, z. B. wenn man Luft aus einer bandförmi-gen , einer drei- oder vieleckigen Oelfhung in Wasser strömenläfst, so werden sie im Zustande der Buhe sogleich die Kugel-gestalt annehmen, und zwar aus der nämlichen Ursache, wel-che dieses bei der frei schwebenden bewirkt *. Indem aber alleFlüssigkeiten , von den leichtesten bis zum schwersten Queck-silber, zwischen 600 bis 10000 mal schwerer sind, als die Luft,so steigen die Luftblasen im Verhältnisse ihrer gröfseren Leich-tigkeit und des ungleichen zu überwindenden Widerstandes mitgröfserer oder geringerer Geschwindigkeit empor und verän-dern dabei ihre Kugelgestalt um so mehr in eine sphäroidische,je gröfser sie sind, weil die widerstehende Fläche dem Quadrateihrer Durchmesser proportional wächst. Sie gerathen indefsbeim Aufsteigen in Schwankungen , eine natürliche Folge der inWasser so leicht entstehenden Wellenbewegung, und dadurchwird ihre Gestalt so vielfach abgeändert, dafs jede genauere Be-stimmung derselben unmöglich ist. Erreichen sie die Oberfläche,so tritt die Luft aus der Hülle und letztere zerfliefst; ist aberdie Flüssigkeit im erforderlichen Grade zähe, so entstehen Halb-kugeln , welche entweder einzeln umherschwimmen, oder mitandern sich vereinigen, und die bereits erwähnten Erscheinun-gen darbieten.

Gemeines Wasser, Mineralwässer, Bier, Weine und viele an-dere Flüssigkeiten enthalten eine gröfsere oder geringere, meistenseine nicht unbedeutende Menge durch Absorption aufgenom-

1 Ein interessanter Versuch läTst sich anstellen, wenn man diebeiden Enden der sehr feinen Polardrähte einer schwachen Volta’schenSäule, in einem Tropfen Wasser einander genähert, unter dem Mikro-skope betrachtet. Es bilden sich dann kleine, dem unbewaffneten Auganicht sichtbare, Luftblasen , welche vergröfsert gesehen genau kugel-förmig sind und die Drahtenden nicht unmittelbar berühren, dennochaber ron ihnen festgehalten werden.