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Luftelektricität.
elektrische Wesen in gröfserer Menge der Erde mitzutheilen.So scheine die Luftelektricität mit der Feuchtigkeit in dem Tliauzuzunehmen, bis 2 oder 3 Stunden nach dem Untergange derSonne, und wenn die Luft durch Ableitung nach dem Erdbodenmehr und mehr davon verliere, so nehme die Elektricität vonneuem ab, bis an den folgenden Tag. Die viel geringere Elek-tricität im Sommer als im Winter erklärt Saussüre aus der bisin eine gröfsere Höhe warmen und trockenen Luft, die der Zu-leitung der in den hohem Gegenden angehäuften Elektricitätmehr Widerstand leiste, welche eben deswegen weniger abge-leitet die Veranlassung zu den heftigen und öfters wiederkehren-den Ungewittern in dieser Jahreszeit geben soll. Die Zunahmeder Elektricität, welche nach Saussüke’s Beobachtungen anheitern und zugleich heifsen Sommertagen vom Aufgange derSonne an bis Nachmittags 4 oder 5 Uhr statt finden soll, glaubter durch trockene Dünste erklären zu können, welche die Hitzeder Sonne aus der Erde herauslocke und welche die Elektrici-tät fortwährend der Erde zuleiten können. Die Abnahme derLuftelektricität, wenn skii in einer vorher hellen Luft Wolkenbilden, erklärt er daraus, dafs die freie Elektricität sich mit denDünsten vereinige, wenn diese, um Wolken zu bilden, dieGestalt von Bläschen annehmen, und dadurch latent werde. DieVermehrung der Luftelektricität, welche dann zumal statt findet,wenn die Luft nach regnerischem Wetter hell zu werden be-ginnt, rührt eben diesen Grundsätzen zufolge von der Elektri-cität her, welche die Dunstbläschen frei lassen, wenn sie sichin der Luft auflösen. Die starke positive Elektricität des Nebelserklärt endlich SaussÜre aus dem vortrefflichen Leitungsvermö-gen desselben , vermöge dessen derselbe die Elektricität der hö-heren Schichten der Atmosphäre herableite und dem Elektro-meter zuführe.
In welchen natürlichen Zusammenhang aber auch dieseTheorie viele Erscheinungen der atmosphärischen Elektricitätmit den bekannten Gesetzen der Elektricität überhaupt zu brin-gen scheint, so ist sie doch schon darum nicht zulässig, weilsie auf einer falschen Grundlage beruht, nämlich auf der Grund-lage der Saussüre’schen Theorie der Verdunstung, welche jetztallgemein als irrig anerkannt ist. Dafs es eine Bläschenform derDünste gebe und dafs namentlich die Wolken aus solchenBläschen bestehen , ist allerdings keinem Zweifel unterworfen,