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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Theorie.

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zuerst positiv, auf den positiv elektrischen Niederschlag folgtoft plötzlich ein negativ elektrischer, gewöhnlich nahe genau vongleicher Stärke der Elektricität, und solcher Niederschläge wech-seln oft mehrere mit einander ab, bei denen auch die Form,Gröfse, Häufigkeit der Regentropfen, Schneeflocken, Schlofsen,Graupeln u. s. w. variiren. Nicht selten geschieht es aber auch,dal's mehr gleichförmig und ruhig fallende Regen sogleich an-fangs und selbst Tage lang blofs negative Elektricität zeigen.Die Entstehung der negativen Elektricität der Regen scheint da-her oft noch anf einem andern Grunde zu beruhen, wofür auchdas nach diesen Beobachtungen sich ergebende häufigere Hervor-treten dieser Elektricität mit geringer Intensität spricht. Wahr-scheinlich entsteht diese negative Elektricität nicht selten durchtheilweises Verdunsten der herabfallenden Regentropfen; dieeinzelnen Tropfen bilden eine verdunstende Basis, welche wäh-rend des Herabfallens durch Verdunstung wie gewöhnlich nega-tiv elektrisch wird. Die gröfsere Häufigkeit der negativ elektri-schen Regen bei südlichen Winden und dagegen der positivelektrischen bei nördlichen ist vorzüglich dieser Erklärung eiin-stig; bei südlichen Winden strömt die wärmere leichtere Luftvorzugsweise in den höheren Luftschichten gegen Norden, wäh-rend dagegen bei nördlichen Winden die kältere dichtere Luftder Erdoberfläche näher südlich hinzieht, wobei die Wolken imAllgemeinen einen tieferen Stand haben. Die gröfsere Intensitätder Elektricität bei den nördlichen und östlichen Winden unddas reinere Hervortreten ihrer Gegensätze scheint sich vorzüg-lieh aus der gröfseren Trockenheit der Luftschichten zu erklären,welche im Allgemeinen bei dieser Richtung statt findet, wozudann zugleich das tiefere Ziehen der Wolken bei östlichen Win-den vieles beitragen kann; ihre Elektricität wird dadurch natür-lich leichter und stärker auf unsere Instrumente einwirken können.

De Lüc’s Ansichten über die Entstehung der Meteore, derLuftelektricität des Blitzes und Donners 1 sind so voll von will-kürlichen Voraussetzungen und geben eine so unvollkommeneRechenschaft von dem Detail der Erscheinungen, dafs wir unseiner Darlegung derselben unbedenklich überheben können.

Anders verhält es sich mit Eäman’s und Precktl’s An-sichten , da sie die ganze bisher angenommene Lehre von der

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