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Briefe an Freunde II : ; Briefe an Freunde III. ; Briefe an Freunde IV / Johannes von Müller ; herausgegeben von Johann Georg Müller
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Kleine Chronik

richte und Acten. Wie viel zu crinncrn wäre, läßtsich aus dem bisher Gesagten abnehmen. Wir be-schränken uns nur auf die Rüge der Einseitigkeit.Wie Vellejus nach der Schlacht bei Actinm wirdunser Verfasser (wenn die Vergleichung für ihnnicht doch zu edel ist) nach dem Untergang der ^alten Berner Verfassung ein anderer Mann. Die !schöne Standrede auf diese EreigniS setzen wir alsProbe der Schreibart im AMuge her: „der in der„Schweiz ansehnliche FreistUt Bern tritt nun in„seine Todcsgruft; nachdem er vor 600 Jahren„wie ein kleiner Bach entsprungen, und im Fort-gangs der Zeit durch alle benachbarten Herr-schaften und Städte angewachsen, bis er in der„Mitte seiner Eristenz, vor fast Zoo Jahren, seine„volle Kraft entwickelte, und durch die Reforma-tion auch die Waadt an sich gezogen. Mancher ,„große Mann ist in dieser Zeit hier aufgetreten;„durch Glück, Sparsamkeit, Klugheit und langen„Frieden wurde ein Staat gegründet, der der„ganzen Schweiz Haltung und Centralkraft gab.„Aber wie überall Reichthum und Glück zu Sicher-test und Uebermuth führen, so litt auch dieser„Staatskörper davon. Der Charakter war im„Mittelpunkt seines Flors Kraft und Treue;„spater sprach man von Bernerstolz; Glanz war,„wo man ging und stund; aber Neid erwachte„in gleichem Maße; und Lurus vollendete den„Hcrrengeist, und Verweichlichung nahm zu. Durch„Frankreichs Forderungen aufgebracht, erklärte Bern '„den Krieg. Dieses übermäßige Gefühl von noch„vermeinter Kraft brachte die völlige Umwälzung„des Staates hervor (II, Zi 4 )." Von dem an,unaufhörliches Lob der Franzosen, durchgängigbittere, höhnende Censur der Landleute, diewähnten, etwas versuchen zu sollen, damit man