Band 
Erster Band.
Seite
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Verhältniss des See h and eis zur Seemacht.

Es bedarf keiner Bemerkung, dass ich die Schiffarths-industrie bisher lediglich nach ihrem Verhältniss zum Staats-reichthum beleuchtet habe; allein sie steht in einem anderen— zur Staatssicherheit. Die Kunst der Seefarth, welche demHandel dient, dient auch dem Kriege. Das Manöwer einesSeeschiffes ist eine Kriegsbewegung: so dass eine Nation,die viel Seeleute hat, militärisch mächtiger ist als eine Na-tion , die deren wenige besitzt. Darum sah man bei Allem,was auf Schiffarth Bezug hat, Rücksichten des Krieges undder Politik sich mit denen des Handels und der Industrieverschlingen; und als England durch seine Navigationsactejedem Fahrzeug, dessen Rheder sammt drei Viertheilen derBemannung nicht Engländer wären, den Transporthandelbei ihm zu treiben verbot, war sein Zweck nicht sowohl aufden daraus zu ziehenden Vortheil gerichtet, als auf Ver-stärkung seiner Seemacht und auf Schwächung der See-macht anderer Staaten, besonders Hollands, das damals einengrossen Transport handel trieb und der Hauptgegenstand derenglischen Eifersucht war.

Es ist nicht zu leugnen, dass dieser Plan ein sehr staats-kluger sey: wofern man nämlich annimmt, dass es einer Na-tion zum Vortheil gereiche, die anderen zu beherrschen.Allein diese ganze alte Politik wird untergehen. Die Klug-heit wird darin bestehen, den Vorzug zu verdienen, und.nicht, ihn mit Gewalt zu ertrotzen. Das Bcdürfnissnach Oberherrschaft führt immer nur zu einer erkünsteltenGiösse , wodurch uns jeder Fremde nothwendig zum Feindewird. Es erzeugt dies System Schulden, Missbrauche, Ty-rannen, Revolutionen; w'ährend der Reiz eines wechselseiti-gen Vorthcils Freunde verschafft, den Kreis des nützlichenV T erkekrs erweitert und zu einem naturgemässen, folglichauch dauernden, Wohlstände fördert.