Band 
Erster Band.
Seite
355
JPEG-Download
 

P RODDCTION.

335

♦

wussten sich dadurch blos Unterthanen, d. h. Feinde, zuschaflen. Die vom Mutterstaate gesandten Statthalter habenweil sie das von ihnen regierte Land nicht als das betrach-ten, wo sie ihr ganzes Leben zubringen, und der Ruhe undöffentlichen Achtung geniessen sollen, durchaus hein Interesse,die Keime des Glücks und wahren Reichthums darin zu er-wecken. Sie wissen, dass das Mutterland sie einst je nachden Schätzen achten werde,/ so sie daraus mit nach Hausegebracht, und nicht nach Verhältnis« ihres geführten Be-tragens in der Colonie. Hierzu rechne man die last unum-schränkte Gewalt, welche jedem Vice-Regenten so weit ent-legener Länder eingeräumt werden muss, und man wird alleElemente haben, woraus in der Regel die schlechtesten Re-gierungen zusammengesetzt sind.

Allein da man auf die Mässigung der Herrscher nurwenig zählen darf, weil sie Menschen sind; und da sie nurlangsam an den Fortschritten der Aufklärung Theil nehmen(weil eine Menge Kaufleute, Civil-, Militär- und Finanz-Beamte, erstaunliches Interesse haben, die Schleier, womitdieselben umhängt sind, zu verdichten, und Fragen, welchesonst ganz einfach wären, zu verwirren); so darf man nurallein von der Gewalt der Dinge selber den Umsturz einesSystems hoffen, das, während drei oder vier hundert Jah-ren, die unermesslichen Vortheile sehr geschmälert habenwird, welche die Menschen aller fünf Welttheile *) ausihren wichtigen Entdeckungen und dem ausserordentlichenSchwung ihrer Industrie, seit dem sechszehnten Jahrhundertgeschöpft haben, oder geschöpft haben sollten.

*) Neuholland, das aus einem unermesslichen Continent undsehr sielen Inseln besteht, wird gegenwärtig von den meisten Geo-graphen als ein fünfter Welttheil betrachtet. Sie haben ihm denNamen Australasien oder Australien gegeben, weil es fastgana auf der südliehen (Austral-) Halbkugel liegt.

23 *