Band 
Erster Band.
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Buch L Cap. 20.

durch zahlreiche Meisterwerke der Künste, welche sonst nir-gends zu linden stehen; oder durch ein Klima, wie auchdurch Heilquellen, welche der Gesundheit besonders günstigsind; oder auch wohl durch den Wunsch, die berühmtenSchauplätze grosser Ereignisse zu besuchen, und eine weitverbreitete Sprache zu erlernen? Ich möchte schwerlichglauben, dass der Genuss einiger leeren Vergnügungen je-mals viele Leute aus weiter Ferne herbeigezogen habe. EinemSchauspiele oder einem Feste zu Liebe macht mah wohleinige Meilen, aber selten eine grosse Reise. Es ist nichtwahrscheinlich, dass die Begierde nach der Ojter von Parisdas Motiv sey, wesshalb so viele Deutsche, Engländer undItaliener, in Friedenszeiten diese grosse Hauptstadt besuchen,welche zum Glück weit bessere .Ansprüche auf die allge-meine Neugierde hat. Die Spanier sehen ihre Stiergelechtefür ausserordentlich interessant an; dennoch glaube ichnicht, dass viele Franzosen um dieser Belustigung willendie Reise nach Madrid gemacht haben. Dergleichen Spielewerden von Fremden besucht, die wegen anderer Absich-ten in das Land gekommen sind; aber diese Spiele warenes nicht, was sie aus der Heimath zog. — Ludwigs XIV.so gepriesene Feste hatten noch betrübtere Folgen. Nichtdas Geld der Fremden war es, zu dessen Ausgabe diesereizten, sondern das Geld der Franzosen, welche aus denProvinzen herbeikamen, um in wenigen Tagen Das zu ver-schwenden, wovon ihre Familien ein ganzes Jahr lang hättenleben können. So verloren die Franzosen dabei sowohl Das,was durch des Königs Hand dabei consumirt wurde, und imSteuerwege von ihnen erhoben war, als auch Das, was durchdie Hände der Privatleute dabei consumirt ward. Man ver-lor dabei den Hauptstock der consumirten Dinge, umetlichen Kaufleuten ihre Gewinn ste, auf diesen Hauptstockzuzuwenden: Gewinnste, die ihnen ganz ebenso gut zugefal-len wären, wenn sie ihrer Industrie und ihren Capitalcueine nützlichere Richtung gegeben hätten.