Aii tu. I. Cap. a.
383
Ricardo's Folgeru nge n da ra u«.
Seine eigenen Worte lauten so: »Wäre der hohe Korn-vpreis die Wirkung, und nicht die Ursache, vom»Ländereigewinnste (Rent), so müsste jener Preis umso»höher oder niederer stehen, je starker oder schwacher»dieser Gewinnst ist, und müsste der Ländereigewinnst»einen Bestandtheil des (Korn ) Preises bilden. Nun ist»aber das, auf ein bestimmtes Kornquantum verwendete,»Quantum von Arbeit der Maasstab vom Kornpreis; und»der Ländereigewinnst bildet keinen — schlechterdings’gar«keinen — Bestandtheil vom Preise des Kornes.« Und ineiner Note lügt er noch hinzu: »Dieser Grundsatz ist,»wenn er gehörig verstanden wird, meines Erachtens, von»höchster Wichtigkeit in der National-Oekonomie*).
Nun wird man aber leicht gewahr; dass diese Wortedes schätzbaren Verfassers nichts weiter sind , als eine an-dere Ausdrucksform für die folgende Wahrheit: dass dieBedürfnisse der Staatsgesellschaft die Ursache der Nach-frage sind, welche nach den Producten jeglicher Art er-hoben wird**); und dass die Nachfrage die Ursache vondem stärkeren oder geringeren Preise ist, welchen mandarauf setzt: wofern nur dieser Preis zur Bezahlung derProductionskosten hinreicht: denn wenn der Marktpreisnicht hoch genug steigt, um die Productionskosten zu be-zahlen, so unterbleibt das Product. Diese Lehre findet
*) P r i n c i p 1 e s of political economj and taxationDritte Original-Ausgabe S. (>^.
*«) Bei dieser Gelegenheit lässt sich die Bemerkung machen, dassRicardo, durch sein einsvehungsweises Anerkennen, dass die Be-dürfnisse der Gesellschaft es sejen, was das Korn so hoch empor-treibt , dass dessen Preis zur Bezahlung von höherem Arbeitslohn undhöheren Pachtschillingen hinreicht; einem Lehrsätze selber wider-spreche, worauf er sehr erpicht ist: narnlich, dass das Verhältnis*zwischen Ausgebot und Nachfrage durchaus keinen Einfluss auf diePreise habe, sondern dass nur allein die Productionskosten e* sejen,wodurch der Marktpreis bestimmt wird.