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im Geschmack; überall keinen Nationalgesehmack! JederBaumeister will seinen Erfindungsgeist glänzen lassen; jederBauherr seine Grillen ausführen. Unter hundert neuerbautenHäusern sind nicht zwei, in Hinsicht der Zimmerhöhe undder Thüren- oder Fenster-Grösse einander gleich; darum istes unmöglich, die Ingredienz-Stücke dazu, in grosser Menge,nach dem nämlichen Modelle, zu fertigen.
Die Einfachheit der Formen begünstigt die Mode»] irere i.
Anschliessen will ich die Bemerkung, dass, um der Yor-theile des Modelirens bei vielerlei Producten zu gemes-sen, eine Nation durchgängig Geschmack an einfachenFormen und Verzierungen gewinnen müsse. Das Gesuchteund GeschnÖrkelte kann niemals jederlei Geschmack Zu-sagen. Es ist das Werk einer Phantasie, welche immeran einer entgegengesetzten Phantasie, ihre Versclimäberinfindet; während Das, was nur um seiner Nützlichkeit willengeschätzt wirr, Jedermann behagen kann: weil die wahrhaf-ten Bedürfnisse, bei allen Menschen so ziemlich die näm-lichen sind.
Der Moden-Wechsel widerstrebt ihr.
Die grosse Verschiedenheit im Geschmacke des Publi-cums verstauet keine Modelirung bei solchen Gegenständen,die unter der Herrschaft der Mode stehen. Kaum hätte einFabrikant den, zur wohlfeilen Verfertigung eines bequemenund hübschen Productes, nothigen Aufwand gemacht, sowäre dasselbe schon verschmäht: — vielleicht gerade dess-halb verschmäht, weil es zu wohlfeil wäre. Auch ist dieMode sicherlich kein Hebel der Wirthschaftlichkeit: wederfür den Einzelnen, noch für die Nationen.
Von den chemischen Recepten.
Im Felde der chemischen Künste werden, durch dasModelirsystem, die verschiedenen Mischwerke auf unverän-derliche Recepte zurückgeführt; und die Recepte — die For-meln — sind den Gewerben von grossem Nutzen, Wenn