Band 
Dritter Band.
Seite
159
JPEG-Download
 

GoKSintiTioN. 159

Sic nimmt, nach Verhältnis* des Brutto-, and nicht

des Net to-Prod n c t e *.

So erscheint diese Besteucrungsform, auf den erstenAnblick, als die billigste von Allen; aber keine ist es weni-ger. Sie nimmt durchaus keine Rücksicht auf die vomProducenten gemachten Vorschüsse; sie nimmt nicht dasNetto - Einkommen , sondern das Brutto - Einkommen, zuihrer Basis.

Zwei Bauern treiben verschiedenartige Feldwirtschaf-ten. Der Eine baut mittelmässige Kornfelder, nnd seineCulturkosten belaufen sich, in gewöhnlichen Jahren, anf4000 Gulden; das Brutto-Product seiner Ländereien beträgt6000 Gulden: er hat folglich 2000 Gulden Netto-Einkommcn.

Sein Nachbar hat Wiesen oder Wälder, die gleichfallsalljährlich 6000 Gulden abwerfen, aber ihm nur 1000 Guldenan ünterhaltsspesen kosten. Es bleiben ihm folglich, imDurchschnitte, jährlich 5ooo Gulden Einkommen.

Nun befiehlt ein Gesetz, dass von allen Erdproducten,wie sie auch heissen mögen, ein Zwölftel in Natura erhobenWerden solle. Demzufolge nimmt man dem Ersteren Korn-garben, für einen Werth von 500 Gulden; dem Anderenaber Heugebunde oder Holz, gleichfalls für 5oo Gulden.Was ist hierdurch geschehen ? Man hat dem Einen ein Vier-tel seines, in 2000 Gulden bestehenden, Einkommens entris-sen 5 und dem Anderen blos das Zehntel des seiuigen, wel-che« 5ooo Gulden betrug*).

Es besteht das Einkommen jedes Einzelnen blos in demNettogewinns!«, welcher ihm übrig bleibt, nachdem sein Ca-pital auf den Betrag, welchen es zuvor hatte, wiederherge-stellt ist. Besteht das Einkommen eines Kaufmannes etwain der Summe aller Kaufpreise, die er im Laufe des Jahreseiimimmt? Nein wahrlich! Nur Das bildet sein Einkom-men, was er weiter erlöst als seine Vorschüsse; und blosvon diesem Weiter-Etlöse, von diesem Ueberschusse, kanner, ohne sich zu ruiniren, Steuern bezahlen.

*) R jeardo hat den Sinn dieser Stelle missverstanden: in-dem er die Rechnung, welche ich den Gru n de igentliiimeranstellen lasse, dem Pächter xuschreibt.