Band 
Dritter Band.
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Buch III. C*r. 10.

Den vormaligen Kirchenzehnten in Franltreich traf dieserTadel nur zum Theile: denn von Wiesen, Holzungen , Ge-müsegärten, und anderen Culturzweigen, wurde er gar nichterhoben, Und bestand bald im Achtzehntel, bald im Fünf-zehntel, bald im Zehntel des Brutto-Erzeugnisses. Diesescheinbaren Ungleichheiten verbesserten die wirkliche Un-gleichheit.

Vertheidigung von Vaubans Königs zehnten.

Der Marschall vonVauban bringt in seinem Königs-Zehnten diesem Werke eines gediegenen Charakters, dasvon allen Administratoren des Staatsvermögens studiert zuwerden verdient, einen Zehnten in Vorschlag, welcher imzwanzigsten Theile der Erdfrüchte bestehen sollte, und, derStrenge nach, und im Nothfalle, bis auf das Zehntel erhöhtwerden könnte. Allein Vauban schlug diese ungleiche Be-steuerung vor, um einer noch schreienderen Ungleichheit ab-zuhelfen. Die bürgerlichen Güter bezahlten damals dieganze Steuer; die adeligen und geistlichen Güter hingegenbezahlten nichts. Dieser vortreffliche Bürger, welcher, alsIngenieur die Verschiedenen Theile von Frankreish durch-reiste, spricht mit einem verwundeten Herzen von dem Un-glücke, welches die sogenannte Taille-Steuer anrichtete.Hätte man seinen Plan, in dem Zeitpunkte, wo er ihn vor-legte, genehmigt, so würde Frankreich, ohne allen Zweifel,eine grosse Erleichterung dadurch gewonnen haben. Vau-ban fand kein Gehör; kein Mensch war am Hofe, dessenPrivat - Interesse nicht durch ihn bedroht worden wäre; undso ward dies schöne Land zu gänzlicher Verarmung ver-dammt. Während des spanischen Successionskrieges raffteder Hunger noch mehr Franzosen hinweg als das Schwerdt.

Die Naturalsteuer führt zu Missbrauchen in der Ver-waltung ihres'Ertrage s, und wirft den natürlichenPreis der Waaren um.

Die Schwierigkeiten, die Kosten und die Missbrauche,welche mit der Erhebung der Naturalsteuern verknüpftsind, bilden ein weiteres Hinderniss ihrer Einführung. Wel-che Menge von Beamten ist da zu bezahlen; wie viele Ver-