Band 
Dritter Band.
Seite
329
JPEG-Download
 

Abt h. I. Ca p. 8.

829

gen Ermächtigungen verweigert oder verzögert hat,dann ist die Regierung noch weit zurück*).

Ich habe gesagt, dass dergleichen Wasserleitungensich sehr für Privatgesellschaften eignen. Nun ko-stet aber Alles, was auf diesem Wege zu Stande kömmt,der Regierung nichts: weil das Product zum Ersätze derProductionskosten hinreicht; während Letztere, wenn sievon' der Regierung bestritten werden , sich unaufhörlichvergrössern und vervielfältigen. Ein Beispiel davon liefertuns die Maschine von Marly, die, seit Ludwig XIV.,dazu bestimmt ist, die Stadt Versailles mit dem nöthi-gen Nutzwasser zu versehen**).

*) Eine englische Gesellschaft schlug, im Jahr 18■ 7 » Tor *Wasser, mittelst Dampfmaschinen , und Teichein aus Gusseisen,nach Paris zu schaffen; sie wollte aber das hiezu nüthige Guss-eisen, soweit es nicht Linnen bestimmten Jahren von den Schmelz?Öfen Frankreichs geliefert werden konnte, selber liefern. DasVorurtbeil von der liandrlsbalanz und die völlige Gnkunde vonden National - Interessen bewirkten die Verwerfung dieses Vor-schlags. Die Eisenschmelzer wollten die ausschliessliche Lie-ferung des Gusseisens haben; kamen aber dadurch um den Absatzdesjenigen, was ihnen die englische Gesellschaft abzukaufen ver-sprach. Die französischen Handarbeiter kamen um den Lolin, wel-chen ihnen eine so grosse Unternehmung verschafft haken würde.Hauptsächlich aber die französischen Consumenten kamen mn*>ne jährliche Ersparnis von 4 Millionen, die sie an dein, zu ihrerConsumtion erforderlichen, Wasser hätten machen können: wasihnen, in der Stunde, wo ich dies schreibe, bereits einen Ver-lust von 60 Millionen f) verursacht hat: ungerechnet, dass sie mitt-lerweile nur spärlich mit Wasser versehen standen, und dasss, e, bei jedem Schritte, von Wasserträgern und Wasserfässern auf-gehalten und gestossen waren, welche die Strasse versperren undbesudeln.

**) Die S p r i n g - Wasser in den Gärten von Versailleskommen keineswegs aus der Maschine von Marly; sondern ausTeichen, die in der Umgegend dieser Residenz angelegt sind.

t) Da zwischen 1817 — 1829 nur ta Jahre liegen, und obigeErsparnis doch erst im Augenblicke der V oll endethe it dervorgeschlagenen Wasserleitung begonnen hätte, so muss Say hierauch die Zinsen der Ersparnis!-Summen miteingerechnet haben:wozu er freilich allerdings befugt war. M-