Ab tm. IV. Cap. 4-
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Die Alten scheinen über die Masse von Kenntnissen,welche heutzutage das Gebiet der Nationalökonomie bilden,wenig nachgedacht zu haben. Jene beiden Nationen, die unsDas, was sie davon wussten, überliefert haben, warenzwei Kriegs-Völker, welche stets unter den Waffen stehenmussten: erst, um sich gegen die Angriffe ihrer Nachbarnzu vertheidigen; und dann, um entferntere Länder zu über-ziehen. Sie bestanden aus einer Kaste von Edelleuten, dieman Bürger, und aus einer Kaste von Arbeitern, die manSclaven nannte. Ihre Institutionen waren mehr militärischals bürgerlich, und hatten mehr die Stufenleiter der Gewal-ten, Theilungen von Beute', Ceremonieen und Uebungen,als den Schutz der freien Bewegung des Menschen, die Ent-wicklung seiner Intelligenz und der Künste des Friedenszum Zweck. — Ihr Unterhalt, ihre Aufhäufungen beruhtenauf Eroberungen und Plünderei. Die Capitale dienten mehrzum Luxus als zur Production, und das Arbeiten brachtenur — Schande. Die Nationalökonomie hat sich in Eu-ropa vielleicht nur darum so spät ausgebildet, weil die Grie-chen und die Römer unsere ersten, und lange Zeit auch un-sere einzigen, Lehrer waren*) Es ist nicht unwahrschein-lich, dass wir raschere Fortschritte gemacht haben würden,wenn zwei von ihnen besiegte Nationen, die Phönizierund die Carthaginenser, Schriften hinterlassen hätten,die bis auf uns gekommen wären.
Alle diese Völker des Alterthums lebten unter der Herr-schaft der rohen Gewalt; ihr Privateigenthum ward durch
*) Ihre falschen Lehren über den Zweck und die Hiilfsquellender Gesellschaften haben sich bis auf unsere Tage fortgepflanzt,und zwei berühmte Schriftsteller: J. J. Rousseau und Mably,zur Verfechtung von Systemen veranlasst, welche man diesen bei-den Männern um der Reinheit ihrer Absichten und ihrer schönenTalente willen verziehen hat. Beide haben der Nationalökonomiedadurch geschadet, dass sie dieselbe mit der Staatsregierungskunstverwechselten. £s ist dies gerade so, wie wenn sie die Wissen-schaft der Mechanik mit der Kunst des Mechanikers verwechselthätten. Sie beachteten nicht, dass die Natur der Dinge vondem Gebrauche, welchen man davon tu machen weist, unab-hängig ist.