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Mee r.
die Wellen niederhalten so dafs sie bei heftigem Windedann minder hoch werden , als bei schwächerem , aber trock-nem Winde. Anfangs mufs auf jeden Fall der Wind, welcherobendrein nicht sofort mit gTöfster Stärke beginnt, kleine Wel-len erzeugen , die bei fortdauernder Ursache stets gröfser wer-den, so wie auch ein Pendel stets gröfsere Bogen beschrei-ben- mufs, wenn es wiederholt durch eine auch nur geringeKraft gestofsen wird. Ebenso natürlich folgt zugleich, dafsdie einmal ertegten Wellen nöch eine bedeutend lange Zeitfortdauern, wenn der Wind seine Stärke verloren oder ganzaufsehört hat, welches an manchen Orten der heifsen Zone fürmehrere Stunden oft plötzlich geschieht.
70) Der Wind besteht keineswegs in einer ganz gleich-mäßigen, ohne Unterbrechung mit gleichbleibender Geschwin-digkeit fortgehenden und über eine unmefsbare Strecke ausge-dehnten Bewegung der Luft, wie man aus dem anscheinendruhigen Zuge der Wolken in den höhern Regionen anzuneh-men veranlagt wird, sondern das Wehen desselben geschieh*absatzweise und in Unterbrechungen ; die Bewegung des \V r in-des ist eine wellenartige, wie die des Wassers, indem allge-mein jede bewegte Flüssigkeit, sie sey tropfbar, gasförmig oderätherisch, sobald sie bei ihrer Bewegung Hindernisse findet,wellenförmig fortschreitet. Man bemerkt ‘dieses um so auffal-lender, je stärker der Wind ist, indem sich dann die einzel-nen Stöfse von den wechselnden Perioden der minderen Stärkeoder periodischen Ruhe leicht unterscheiden lassen. Ist fer-ner die Strecke, über welcher ein gewisser Wind herrscht,noch so ausgebreitet, so finden doch darin einzelne Streifenstatt, in denen die Luft mit eigenthümlicher Geschwindigkeitströmt. Stöfst ein solcher einzelner Strom auf die Wasser-fläche oder wird irgend eine einzelne Stelle der letztem voneinem Drucke getroffen, so müssen um diesen Punct ge-krümmte Wellen entstehn, und man sieht daher bei schwa-chem Winde und über grofsen Wasserflächen kreisbogenför—mige Wellen sich bewegen, deren Enden schwächer werdenund zuletzt sich gänzlich verlaufen. Diese Form würden dieWellen auch beibehalten, wenn ein stärkerer Wind höhere
1 Ebendieses behauptet auch Richter in Reisen u. s. \y. Th. I.S. 43.