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Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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Wellen.

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erzeugt, allein je mehr die Kraft des Windes wachst, destomehr ist der Stofs einseitig und um so höher wird an einzel-nen Stellen das Wasser gehoben. Vor allen Dingen aber ist zuberücksichtigen, dafs der Wind seine Richtung meistens keineMinute lang beibehält, wie man bei jedem etwas heftigenWinde an leicht beweglichen Wetterfahnen ohne Ausnahmewahrnimmt. Die wechselnde Richtung des Windes niufs abereine wechselnde Richtung der erregten Wellen bedingen unddaher gewahrt man, dafs zwar die Wellen im Ganzen sichnach der nämlichen Gegend hin bewegen, zugleich aber auseinzelnen, nicht sehr langen, mehr oder minder zusammen-hängenden Erhebungen bestehn. Hiernach finden in der Re-gel gleichzeitig mehrere Wellenlinien statt, die sich unter ei-nem gewissen Winkel schneiden; die Gebrüder Weber 1 2 ver-sichern, auf Seen und selbst Teichen mehrere linienförmigeWellenordnungen ..gesehn zu haben, die sich unter einemWinkel von 40 Graden schnitten, und IIorsbourgh 2 sagt, essey nichts Ungewöhnliches, auf dem Oceane zwei Wellenbe-wegungen zugleich zu sehn, die entgegengesetzte Richtungenhaben oder sich durchkreuzen, und zuweilen giebt es derensogar drei, die mit diesen ihren eigentümlichen Richtungenund Geschwindigkeiten einen ganzen Tag und noch länger an-halten. Die Gebrüder Webär Jcniipfen hieran zwei interes-sante, mit der Erfahrung genau übereinstimmende Folgerungen.Durch diese Kreuzung müssen abwechselnd höhere Wellenentstehn und wieder zerrinnen, wenn die vereinten sich wie-der trennen, was bei dem Beobachter die Täuschung erweckt,als ob die Wellen nicht stetig fortschritten, da Letzteres dochder Natur der Sache nach nothwendig ist. Die gröfsern Wel-len schreiten, auch der Theorie gemäfs, schneller fort, als diekleinern, und diese letztem, die der Wind zuerst erregt, blei-ben daher hinter jenen zurück und scheinen im Verhältnifs zuihnen zu ruhn, woraus die Täuschung hervorgeht, als ob diegrofsen Wellen sich unter einer ruhenden Oberfläche hin-wälzten. Vorzügliche Berücksichtigung verdient aber die Ge-stalt der Wellen. Entständen sie blofs durch 4ie' wechseln-

1 Wellenlehre auf Eiperimente gn gründet u. w. Leipz. 1825.8. S. 40.

2 Nicholson’» Joum. T. XV. p. 6. G. XXXII. 405.