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Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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Meer.

vielen Stellen noch darüber hinaus. Sie heilst von der Ge-gend, der sie angehört, Aequinoctialströmung und bestehtdarin, dafs die Gewässer der grofsen Oceane in einer Richtungvon Osten nach Westen mit einer Geschwindigkeit von un-gefähr zwei bis drei geographischen Meilen in einem Tage strö-men, so dafs die Schiffe in ebendieser Richtung durch Hülfedieser Strömung und zugleich des ebendaselbst herrschendenPassatwindes schnell segeln, mithin den Weg von Europa nach Ostindien in Verhältnifsmäfsig kurzer Zeit zurücklegen■würden, wenn die Landenge von Panama ihnen einen Durch-gang verstattete. Man trifft sie im atlantischen Meere zwi-schen Africa und America , dann findet sie sich wieder im stil-len Oceane, geht bis zum indischen Meere fort durch dieMeerenge von Java, beugt sich um die Südspitze von Africaund kommt wieder in der magellanischen Meerenge zum Vor-schein. Unter dem Aequator ist sie im Ganzen rein westlich,nordwärts vor demselben wird sie etwas nordwestlich, süd-wärts von ihm südwestlich, unter hcihern Breiten geht sie aberin anders gerichtete, durch anderweitige Bedingungen erzeugteStrömungen über, die sie gröfstentheils veranlafst.

Wenn man die Ursachen dieser Strömung aufsucht, sokönnte es auf den ersten Blick zweifelhaft scheinen, ob derunter dem Aequator gleichfalls herrschende beständige Ost-wind, der Passatwind, Ursache dieser Bewegung des Meeressey oder umgekehrt, da es nichts Widersprechendes einschliefst,anzunehmen, dafs die Luft vermöge ihrer Adhäsion zum Was-ser in der nämlichen Richtung, worin letzteres strömt, mitfortgerissen würde; allein bei genauerer Betrachtung unterliegtdie erstere Annahme wohl keinem Zweifel; denn die östlicheLuftströmung zeigt sich auch über weit ausgedehnten Ebenenauf dem Continente und aufserdem ist sie schneller als die desWassers. Als Hanptursache dieser Aequinoctialströmung istjedoch der stete Wechsel der Ebbe und Fluth in Verbindungmit dem Einflüsse, welchen der Umschwung der Erde um ihreAxe herbeiführt, anzunehmen. Denkt man sich nämlich, wie

pen wehende Passatwind heifst daher Ostwind, der Strom des in glei-cher Richtung fliefsenden Wassers müfste dagegen Weststrom heifsen,wie man ihn zuweilen, nennt. Meistens redet man von westlicher Strö-mung.