1804
Meridiankreis.
0= 1",9 + 2dp+0,7da
gegeben, so würde man daraus die beiden Werthed a = 4" 3'* und d p = — 2”finden, und dadurch wäre nun die Refraction sowohl, als auchdie Poldistanz des Sterns vollkommen genau bekannt, unddann hat es keine Schwierigkeit mehr, auch die Gröfse ausjeder der vier vorhergehenden Gleichungen (1 bis 4) zu be-stimmen. Dabei wurde nur vorausgesetzt, dafs alle beobach-tete Zenithdistanzen vollkommen richtig nnd fehlerfrei sind.Da dieses aber von keiner Beobachtung, so wie überhaupt vonkeinem Menschen werke gesagt werden kann, so bleibt nichtsübrig, als so viele und so gute Beobachtungen, als möglich,zu sammeln, aus jedem zusammengehörenden Doppelpaare eineden obigen ähnliche Bedingungsgleichung abzuleiten, und dannaus allen diesen Gleichungen, nach der Methode der kleinstenQuadrate, die wahrscheinlichsten Werthe der beiden Gröfsenda und d p zu bestimmen. Auf diese Weise erhält man nichtnur die wahren Werthe von p und i jj, sondern auch zugleichden wahren Polpunct oder denjenigen Punct des Kreises, wel-cher dem Nordpol des Aequators entspricht, so wie man zu-vor, durch Umkehren des Instruments, die Gröfse x oder denwahren Zenithpunct des Kreises erhielt. Kennt man aber ein-mal die Gröfsen p und r für einen Stern , so kann man durchjede spätere Beobachtung desselben den wahren Polpunct desKreises, falls er sich etwas verändert haben sollte, sogleichwieder auffinden, und mit dem so bekannten Polpuncte giebtsofort jede Beobachtung eines andern Sterns an dem Kreisedie noch unbekannte Poldistanz oder, wenn man sie auf denZenithpunct des Kreises reducirt, auch die Zenithdistanz die-ses Sterns, so dafs man also, wie oben gesagt, mit dem Me-ridiankreise die vollständige Lage jedes Gestirns schon durcheine einzige Beobachtung erhalten kann.
V. Eine besondere Sorgfalt mufs auch auf die richtigeForm der beiden Enden oder der sogenannten Zapfen der Dre-hungsaxe bei A und B gewendet werden. Diese Zapfen sol-len Cylinder mit kreisförmiger Basis seyn. Die oben erwähnteHänglibelle giebt die Mittel, die Abweichung der Form die-ser Zapfen von der geforderten zu erkennen und von ihr beiden Beobachtungen Rechnung zu tragen, so wie man auchmit derselben Libelle sich von der Gleichheit der Durch-