1905
Apparate. Barometer.
wegungen des Luftmeeres darauf ausüben. Blofs das Erstereberücksichtigend folgte ich einer ausführlichen Darstellungv., Lihdenau’s *, wonach die Barometerhöhe unter dem Ae-quator wegen verminderter Schwere, und dieser proportional,kürzer seyn soll, als unter den Polen , was sich jedoch beigenauerer Untersuchung als unzulässig herausstellt, indem dieverminderte Schwere beide Flüssigkeitssäulen, die des Queck-silbers und der Luft, gleichmäfsig afficirt und blofs der Ein-flufs der Schwungkraft übrig bleibt. Inzwischen folgt auf jedenFall, die Aufgabe so, wie in voraus festgesetzt worden ist, be-trachtet, dals der mittlere Stand des Barometers unter der Li-nie am geringsten, unter den Polen aber am gröfsten sey. Alseinen Anhänger dieser Ansicht zeigte sich auch v. Humboldt 1 2 ,IIansteen 3 aber trat als Gegner derselben auf, indem er be-hauptete, dafs gerade umgekehrt das Barometer unter dem Ae-quator am höchsten stehe und mit den Graden der Breite ab-nelime. Theoretisch zeigt er, dafs für die Länge der Queck-silbersäule im Barometer das nämliche Gesetz als für die Pen-dellängen statt finden müsse, und findet also nach der gehö-rigen Reduction auf 0° C. und den Spiegel des Meeres denallgemeinen Ausdruck:
B = 760,857 — 0,61733 Sin. 2 <p -f- 8,353 Sin. in Millim.
B = 337,285 — 0,26403 Sin. 2 q> + 8,000 Sin. 4 <p in par. Lin.Hiernach sind dann von ihm folgende, den zunehmenden Brei-tengraden zugehörige, Barometerstände berechnet worden :
Breite
Millim.
Lin.
Breite
Millim.
Lin.
0°
760,857
337,285
50°
758,434
336,211
10°
760,732
337,230
60°
757,763
336,914
20°
760,429
337,070
70°
757,217
336,671
30°
759,822
336,827
80°
756,860
335,513
40°
759,149
336,528
90°
756,737
335,458
Hansteest wurde zur Annahme dieser theoretischen Bestim-mungen hauptsächlich durch die an den norwegischen Küstenbeobachteten niedrigen Barometerstände bewogen und er ver-
1 v. Zach Mod. Cor. Th. XXf. S. 215. Unrichtig steht Th. I.S. 914. v. Zach als Verfasser dieser Abhandlung.
2 Voyage T. XI. p. 1.
3 Magazin for Natorvidenskaberne 1824. H. 2. p. 269.
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