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Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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Mikrometer.

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Scheint es doch, als ob der Himmel dieses sein köstlich-stes Geschenk, das er den Menschen verliehen hat, densel-ben wieder mifsgönnt hätte. Denn nicht nur diese Entde-ckung selbst wurde so ungemein spät und blofs durch Zufallgemacht, sondern auch der eigentliche Gebrauch des bereitsentdeckten Instruments blieb uns viel länger verborgen, alsman von dem Eifer, mit welchem man diesen Gegenstandgleich anfangs von allen Seiten verfolgte, hätte erwarten sol-len. Das Fernrohr wurde um das Jahr 1590 entdeckt und erstfünfzig Jahre später, im J. 1040, lernte man es gehörig ge-brauchen und zu eigentlichen Messungen anwenden; ja mankann diese zweite Epoche mit Recht noch volle 30 Jahre spä-ter gegen d. J. 1070 setzen , da jene erst unbekannt und blofsauf ihren Urheber beschränkt blieb.

Man hatte sich nämlich, nach der Entdeckung des Fern-rohrs und ebenso des Mikroskops, lange Zeit begnügt, diesebeiden Werkzeuge blofs zum Sehen zu gebrauchen, und manweifs, wie viel Neues und Unerwartetes Galilei, gleich inden ersten Jahren nach jener Epoche, mit diesen Instrumen-ten am Himmel gesehn hat. Es war im J. 1610, als er dieGebirge und Thäler des Mondes, die Satelliten Jupiters, dieSonnenflecken, die Lichtphasen der Venus und eine grofseAnzahl früher ganz unbekannter Fixsterne mit seinem übri-gens noch sehr unvollkommenen F’ernrohre entdeckte. Alleinweder er, noch sein scharfsinniger Zeitgenosse Kefler , nochsonst einer der ausgezeichneten Männer jenes Jahrhundertskam auf die Idee, mit demselben Instrumente, mit welchemman so viel besser sehn konnte, als bisher, nun auch eben-soviel genauer zu messen, und doch war dieses eigentlich dergröfste Vortheil, den man für die Wissenschaft von jener Ent-deckung ziehn konnte.

Der erste, der diese Idee hatte, scheint Moriit gewesenzu seyn , welcher in seiner Scientia longitudinum , die iin J.1634 herauskam, sagte: Applicatio tubi optici ad alhidadampro stellis ßxis prompte et accurate mensurandis a me ex-cogitata est. Dieser sonderbare, aber sehr talentvolle Mannwar auch der erste, der es im J. 1635 unternahm, die Ge-stirne den ganzen Tag durch mit seinem Fernrohre zu veifolgen,eine Beschäftigung, die ihm, wie er sagte, ein ganz beson-deres Vergnügen gewährte. Jedoch kann diese blofse Anbrin-