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Physik.
che Mathematik an sich geeignet sey, die Naturgesetze aufzufin-den , so läge hierin eine falsche und in ihrer Anwendung höchstnachtheilige Ansicht; die Mathematik (Gröfsenlehre) als solchekann die Gesetze der Natur nicht erforschen , denn diese wer-den blofs durch Beobachtungen und Versuche gefunden, welchezuvor gegeben seyn müssen, ehe die Mathematik die dabeivorkommenden Gröfsen zu messen und allgemeine Bestimmun-gen hierüber festzusetzen beginnt. Die Richtigkeit dieser An-sicht läfst sich durch ein anderes Beispiel erläutern. So gewif»es höchst vortheilhaft ist, bei der Aufsuchung und Anordnungder zur bürgerlichen Geschichte gehörigen Thatsachen mit phi—'losophischem Geiste zu verfahren, eben so zweckwidrig würdees seyn, wenn man vor der Ergründung der selbst erfahrenenoder durch Ueberlieferung erhaltenen Begebenheiten sogleichim Beginnen mit dem Philosophiren anfangen und sich dadurchvon dem eigentlichen Gebiete der Geschichte, selbst der Wort-bedeutung nach, entfernen wollte. Die Mathematik bestehtzuerst als wissenschaftliche Form, ist rein, insofern sie sich vonallen beschränkenden Bedingungen lossagt, um ihre Prämissenselbst aufzustellen und aus diesen die nothwendig folgendenSchlüsse nach der ihr eigenthümlichen Methode und mit Be-nutzung hierzu absichtlich gewählter Benennungen und Zeichenin höchster Allgemeinheit und Schärfe abzuleiten ; ihre absoluteGewifsheit beruht dabei auf der dem menschlichen Verständeals nothwendig sich aufdringenden Uebereinstimmung der Vor-aussetzungen und der daraus abgeleiteten Folgerungen. In derPhysik sind die durch Beobachtungen und Versuche erhaltenenBestimmungen entweder an sich Gröfsen , oder werden als sol-che betrachtet, man substituirt sie an die Stelle der in der Ma-thematik willkürlich angenommenen Bedingungen und gelangtsomit auf dem nämlichen Wege zu den gesuchten Schlüssen,welche dann als mehr oder minder allgemeine Gesetze vollstän-dige Gültigkeit haben. Hierbei tritt aber sofort ein sehr we-sentlicher Unterschied hervor, welcher darin besteht, dafs diein der reinen Mathematik frei und ohne Beschränkung gewähl-ten Prämissen absolut scharf bestimmt sind und im Voraus alsunzweifelhaft gewifs betrachtet werden, welche beide Bedin-gungen den aus der Natur entnommenen in der Wirklichkeitabgehn. So construirt der Geometer die Bahn eines Lichtstrahls,welcher durch Glas von überall gleicher und genau gegebener