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Siebenter Band. N - R.
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Phys ik.

Erecliungskraft bei scharf bestimmter Krümmung der Oberflä-chen geht, mit absoluter Schärfe, in der Wirklichkeit ist esaber oft unmöglich, durchaus homogenes Glas zu verfertigen,und eine im strengsten Sinne mathematisch genaue Form derOberfläche kann auch die geübteste Hand des erfahrensten Künst-lers nicht darstellen, weswegen die wirklich ausgeführten op-tischen Gläser allezeit hinter den theoretisch bestimmten rück-sichtlich der gesuchten Schärfe Zurückbleiben und dasjenigenicht leisten , was die Berechnung angiebt. Insbesondere wirdübrigens das BedÜTfnifs der Mathematik für den Physiker fühl-bar, wenn man berücksichtigt, dafs die Resultate der Beobach-tungen und Versuche unmöglich im Gedächtnisse festgehalten,noch weniger aber so kurz ausgedrückt und zu einem Ganzenvereinigt werden könnten, wenn dieses nicht durch die hierzuso vorzüglich geeigneten Zeichen und Ausdrücke der Mathematikmöglich gemacht würde.

Indem die Art und Weise, wie man sich der Mathematikzur Auffindung der physikalischen Gesetze bedient, bereits er-örtert worden ist 1 , so übergehe ich dieses und erlaube mirnur, über das gegenwärtig bestehende Verhältnifs beider Wis-senschaften gegen einander einige Worte hinzuzufiigen. Offen-bar fehlte es der Physik an der erforderlichen Schärfe und Be-stimmtheit, so lange man in ihr die mathematische Methodeanzuwenden versäumte, bis Cahtesius und noch mehr New-ton' zeigten, wie viel sich hierdurch ausrichten lasse. Seit ih-rer Zeit hat man den Werth der Mathematik sehr hoch ange-schlagen, und es läfst sich wohl nicht verkennen, dafs diesesneuerdings namentlich durch die Franzosen in zu übertriebenemGrade geschehn ist und bis zur Stunde von vielen Deutschen noch geschieht, zum Theil um dem Vorwurfe zu entgehn, alssuchten sie ihre Unkenntnifs dieser Wissenschaft durch Herab-setzung derselben zu entschuldigen. Wenn man es jedoch red-lich mit der Förderung der Naturforschung meint und den ge-genwärtigen Zustand der Physik eben so genau als vollständigüberblickt, so läfst sich keinen Augenblick verkennen, dafs wirfür jetzt weit mehr der Beobachtungen und Versuche, als desCalcüls und der geometrischen Formeln bedürfen, wovon dieUrsache hauptsächlich darin liegt, dafs man weit leichter am

1 S. Art. Beobachtung Bd. I. S. 890.