\ In nicht krystallisirlen Körpern. 827
Betrachtungen über den Ursprung des doppelt brechenden Ge-füges knüpft 1 .
112. Dafs auch manche andere Körper depolarisirend aufdas Licht wirken, hat schon Malus bemerkt 2 , aber auch hiersind Biiewster’s Untersuchungen am reichhaltigsten 3 . Er
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theilt die Körper, die zwar depolarisirende Wirkungen zeigen,aber nicht geeignet sind, doppelte Bilder darzustellen, in fol-gende Classen.
1. Körper, welche das Licht polarisiren und neutraleAxen haben , nämlich bestimmte Richtungen, die mit der Po-larisations-Ebene des einfallenden Strahls zusammenfallendkeine Aenderung in der Polarisation bewirken. Dahin gehörtdas Menschenhaar, dessen neutrale Axen parallel und senkrechtgegen die Axe des Haars sind, Coconseidenfäden, Flachs-fäden u. a. Diese Körper sind gewifs vollkommen doppelt bre-chend , aber ihrer Dünnheit wegen erkennt man die beidengetrennten Strahlen nicht einzeln.
2. Körper, die das Licht in jeder Richtnng depolarisi-ren, aber keine bestimmten Axen zeigen, als Gummi, Wachs,durchsichtige Seife, durchsichtige Häutchen u. a. Hier besitztgewifs jede äufserst dünne Schicht ihre Axen; aber da keinGrund vorhanden ist, warum die Axen der zweiten Schichtmit denen der ersten zusammen fallen sollten, und eben diesesbei den folgenden statt findet, so depolarisiren diese Körperdas Licht in allen Richtungen, gerade so, wie es geschieht,wenn man bei Gypsplatten absichtlich mehrere Platten so aufeinander legt, dafs die Axen verschiedene Winkel mit einan-der machen 4 5 . Der Bernstein zeigt sehr verschiedene Depo-larisations-Erscheinungen, die aber nur von dem Einwir-ken äufserer mechanischer Ursachen hervorgebracht zu seynscheinen s .
3. Körper, die sich denen mit neutralen Axen nahem.Dieses findet bei Körpern statt, die nur aus einigen dünnen
1 Poggend. XIX. 527.
2 G. XL. 140.
3 Phil Transact. 1815. 32.
4 Biot’s Unters. Aun. d. Ch. et Pli. IV. 90.
5 G. LXV. 20. Auch Brp.wsteu’s Unters, über Ambra gehö-ren hierher. Edinb. Phil. Journ. Nr. IV. p. 332.