Band 
Siebenter Band. N - R.
Seite
879
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Porosität.

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Buch mit einer Schnur, so wird nach etwa 24 Stunden dieSchrift sichtbar seyn, weil die freiwerdende, gasförmige Hy-drothionsäure durch die vielen zwischenliegenden Lagen desporösen Papiers dringt und die Bleisalze reducirt.

Die Toren der Animalien und Vegetabilien sind von we-sentlichem Nutzen, indem sie dazu dienen, eine Menge Sub-stanzen aufzunehmen und auszuscheiden, ohne welche vereinteProcesse sie weder wachsen noch gedeihn können. Bei denAnimalien, und namentlich auch den Menschen, beruht hier-auf die Ausdünstung; auch machen es die Poren möglich, dafsäufserlich eingeriebene Heilmittel eindringen und sich oftdurch den ganzen Körper verbreiten ; beide Thätigkeiten desthierischen Organismus bilden einen bedeutenden Zweig derUntersuchung für die Physiologie. Auch bei den Blättern derPflanzen findet eine bedeutende Ausscheidung von Luft undDampf durch ihre zahllosen Poren statt, durch die sie hin-wiederum Feuchtigkeit aus der Atmosphäre aufsaugen, wes-wegen sie verderben, sobald man sie mit einem ihre Porenverstopfenden Firnifs überzieht.

Diejenigen Körper, welche man gemeiniglich porösnennt und deren Poren dem unbewaffneten Auge oder ver—mittelst des Mikroskops sichtbar werden, sind im Allgemei-nen von der Art, dafs sie die Luft und sonstige gasförmigeKörper oder selbst auch tropfbare Flüssigkeiten durch ihre Zwi-schenräume in gröfserer oder geringerer Menge und in Folgeeines gröfseren oder geringeren Druckes entweichen lassen.Flierher gehören also auch diejenigen Körper, bei denen dieDurchdringung langsam und unmerklich erfolgt, z. B. Thier-blasen, die zwar bei der Anwendung mechanischer Gewalteher zerreifsen, als die eingeschlossenen Gasarten entweichenlassen, allein in etwas mehr als etwa 24 Stunden findet mansie dennoch meistens mit atmosphärischer Luft gefüllt und diesonstigen Gasarten ans ihnen entwichen. Auf gleiche Weisezeigen sich namentlich die anscheinend undurchdringlichen thie-rischen Häute porös in allen denjenigen Phänomenen , in de-nen die Kraft der Adhäsion die durch jene von einander ge-trennten Stoffe einander zuführt, wie bereits oben 1 erwähnt

1 Adhaesion. Bd. I. S. 200.