Porosität.
SSt)
unbekannten Kraft oder Thätigkeit eine Menge Phänomeneabgeleitet wurden. Wesentlich verschieden hiervon sind je-doch genau genommen die weit bestimmter aufgefofsten An-sichten des Cartesius 1 2 , namentlich der Begriff, welchen ermit dem Ausdrucke des absolut erfüllten Raumes (Plein (d>-solu) bezeichnet, wonach die Körperwelt allseitig unbegrenztund nirgends ein leerer Raum anzutreffen ist. Bekanntlich fol-gerte er diesen Satz aus seiner unrichtigen Vorstellung vomRaume, den er für eine blofse Negation eines existirendenEtwas ansah, und also folgerte, dafs zwei Körper, zwischendenen sich keine Materie, also Nichts befinde , sich nothwen-dig berühren müfsten. Die verschiedene Dichtigkeit der Kör-per ist hiernach also blofs Folge der verschiedenen Menge vonSubtiler Materie, die sich in den Zwischenräumen der gröbe-ren Theile befindet, und Bewegung entsteht oder ist blofsmöglich dadurch, dafs ein Theilchen in den Ort des zweiten,dieses in den des dritten rückt, und so fort, bis das letzteden des ersten einnimmt, welche Bewegung dann die ewigwiederkehrenden Wirbel bedingt. Gehler* meint, die Kör-pertheilchen müfsten hiernach ins Unendliche theilbar und vonunendlich verschiedenen Gestalten seyn , dafs sie in allen mög-lichen Lagen in einander pafsten und nirgends Zwischenräumeliefsen, was aber die Ansichten des Cartesius nicht directtrifft; denn nach diesen sind eben die Partikeln der feinenMaterie, des Aethers , so klein, dafs ihre Gestalt als unmefs-bar nicht in Betrachtung kommt.
' Newton 3 erklärte sich gegen die Hypothese eines ab-solut erfüllten Raums, hauptsächlich in Folge seiner ge-haltreichen Untersuchungen über den Widerstand der Mit-tel, obgleich ihm zugleich auch die Ableitung der Schwe-re aus den cartesischen Wirbeln anstöfsig war und ihn da-her gegen die ganze Hypothese einnahm. Er zeigte, dafsdie feine Vertheilung der Materie den Widerstand, wel-chen sie der Bewegung entgegensetze, nicht bedeutend ver-mindern könne. Der Widerstand sey der Dichtigkeit derMedien wenigstens nahe genau proportional, weswegen nur
1 Frine. Philos. P. n. j. 10 ff.
2 Worterb. alte Ausg. Th. II. S. 869.
3 Princip. Phil. nat. L. II. prop. 38. u. 40.