Band 
Siebenter Band. N - R.
Seite
928
JPEG-Download
 

928

Prisma.

gungswinkel genau kennen; auch mufs das Prisma aus einervollkommen gleichartigen Materie bestehn, damit nicht dieBrechung in einigen Tlieilen eine andre sey. Will man sichflüssiger Materien bei der Untersuchung über die Brechung be-dienen, so wendet man ebene Glasplatten mit genau paralle-len Oberflächen an, befestigt diese unter einem angemessenenWinkel an einander und füllt den so entstandenen prismati-schen Kaum mit jener Flüssigkeit. Um das Glasprisma, des-sen man sich am meisten bedient, bequem zu gebrauchen, istes gut, es so auf einem Gestelle zu befestigen, dafs es umeine mit den Kanten genau parallele Axe sich drehen läfst.

Der eigentliche Gebrauch des Prisma’s ist erst durch New-tok’s Entdeckungen den Physikern klar geworden, indefs istdie Kenntnifs, dafs eckig geschliffene Gläser Farben zeigen,sehr alt 1 und Descartes machte schon vom Prisma Gebrauch,um Farbenerscheinungen darzustellen, die mit dem Regenbo-gen Aehnlichkeit hätten 2 . Newton’s Anwendung des Pris-ma’s ist in den Artikeln Brechbarkeit , Brechung , Barbe , an-gegeben.

Das einfache Prisma.

Fig. Wenn der brechende Winkel des Prisma’s, ABC = ttund das Brechungsverhältnifs =(* bekannt ist, so läfst sich derWinkel bestimmen, den der nach zwei Brechungen hervor-gehende Strahl mit dem einfallenden Strahle macht. Es seyFD der einfallende Strahl, DG der gebrochene, jener machemit dem Einfallslothe den Winkel =(p, dieser den ^V ^ inkel= <jp, und ebenso sey wieder bei G (p" der Winkel, den derStrahl DG, q>" der Winkel, den der hervorgehende StrahlGJ mit dem Einfallslothe macht; so erhellet aus den Regeln

der Brechung leicht, dafs Sin. q> =jit Sin. q> Sin. (p" = — Sin.cp"

ist, und da im Dreiecke B D G die Winkel u , 90° — <jp', 90° — <p"Vorkommen, so ist a — Diese drei Gleichungen rei-

chen hin, sowohl ip" zu berechnen, wenn ip gegeben ist, als

1 Semeca in quaest. natur. I. 7. Zahm oculus artificialis. Norib.1702. p. 498.

2 Priestley Geschichte der Optik. S. 91.