Wagenrad. 1129
steigen. Hieraus ergiebt sich augenfällig, dafs bei der Fortschaf-fung der Lasten auf Fuhrwerken mit Rädern noch -andere Hin-dernisse der Bewegung statt finden müssen, inzwischen folgendoch aus den bisherigen Bestimmungen schon einige Regelnfür den zweckmäfsigen Bau der Räder.
1) Da die zur Bewegung erforderliche Kraft um so gerin-ger wird, je kleiner das Verhältnifs r : R ist, so ergiebt es sichals vortheilhaft, die Durchmesser der Axen möglichst klein unddie der Räder möglichst grofs zu wählen. Es verdienen alsodie eisernen Axen, die wegen größerer Tragkraft des Eisensdünner seyn dürfen und obendrein sich weit glatter darstellenlassen, als die mit eisernen Schienen belegten hölzernen, vorden letzteren einen entschiedenen Vorzug, und sie sind destobesser, je dünner sie gemacht werden, wenn nur ihre unentbehr-liche Stärke darunter nicht leidet. Auch die Höhe der Räderfindet eine Beschränkung darin, dafs sie mit der Zunahme der-selben mehr schwanksn und zerbrechlicher werden, weswegensie bei den schwersten Frachtwagen 4 bis 4, 5 Fufs nicht zuübersteigen pflegen, oft aber kaum 3 Fufs Höhe haben.
2) Die Räder müssen genau rund und ohne Erhabenheiten(sogenannte Radnägel) auf ihrer Peripherie seyn, weil sonst dieLast da, wo ihr Halbmesser R kleiner wird, herabsinken würde,und dann wieder gehoben werden müfste. Es läfst sich jedochannehmen, dafs die Excentricität auch bei schlechteren Rädernnie eine mefsbare Gröfse erreicht, und kann dieser Fehler alsovernachlässigt werden; desto bedeutenderist das Hindernifs, wel-ches aus den Nagelköpfen entsteht, aber ebenso, wie das durchdie auf den Strafsen befindlichen erhabenen Steine erzeugte,über welche die Räder gehoben werden müssen, der Höhe derRäder proportional abnimmt. V. Gerstnek 1 berechnet, dafsder Widerstand, welcher durch solche Nagelköpfe von 4 ZollHöhe und 9 Zoll Abstand von einander erzeugt wird, demjeni-gen gleich ist, welchen 2 Zoll hohe und 4 bufs von einanderentfernte Steine verursachen, jeder derselben aber doppelt sogrofs als der aus der Reibung an der Axe entstehende. Dienähere Untersuchung ergiebt ferner, dafs die zur Ueberwindungdieses Widerstands erforderliche Zugkraft dem Quadrate derGeschwindigkeit proportional ist, weswegen die Lastwagen auf