Rad und Getriebe.
1157
den meinen Ballen ist es jedoch eine Forderung an die Ge-schicklichkeit des Künstlers, durch seine Arbeit aus freierHand die geeignetste Form zu erzeugen. Bei den aus paral-lelen Scheiben mit Triebstöcken versehnen Getrieben (Lanter -nes) sind die Stäbe meistens kreisförmig rund, doch giebt manihnen auch andere Gestalten ? und macht sie möglichst kurz,um ihre Biegungen zu verhindern *. Wegen der zunehmen-den Vervollkommnung der EisenFabrication werden die mei-sten grofsen Räder gegenwärtig aus Eisen verfertigt, und es lau-fen dann zwei Räder von ungleichen Durchmessern mit ihrenZähnen in einander greifend um, wonach also die Zähne bei-der eine gleiche Gestalt haben müssen.
Räder und Getriebe kommen beim praktischen Maschinen-wesen so häufig vor, dafs es zweckwidrig seyn würde, selbstblofs den geringsten Theil derselben mit ihren Eigenthiimlich-keiten hier umständlich zu beschreiben, vielmehr scheint esmir genügend, nur einige der allgemeinsten Anwendungen nam-haft zu machen, da man ohnehin von diesen leicht auf andereschliefsen kann, deren man für specielle Mechanismen bedarf.
Nach dem allgemeinen Principe vom Räderwerke sind dieOberflächen der Zähne und Getriebe mit einander in genauer
O
Berührung, und eine am einen Ende erzeugte Bewegung müfstedaher sogleich bis zum andern fortgepflanzt auch hier stattfinden, kann aber so langsam werden, dafs ihre Wahrneh-mung erst nach Verlauf einer beträchtlichen Zeit und Zurück-legung eines bedeutenden Raums des ersten bewegten Maschi-nentheils in die Augen fällt, wogegen man aber, die Hinder-nisse der Bewegung nicht berücksichtigt, mit der geringstenKraft die gröfste Last am andern Ende zu bewegen vermögenwürde. Diesen Satz drückte bereits Archimedes in einem Bei-spiele aus, denn Athenaeus 2 erzählt, er habe eine Maschine
1 Specielle Untersuchungen hierüber findet man in LakgsuorfErläuterung höchst wichtiger Lehren der Technologie. Heidelberg 1807. 8.
2 Deipnosophisticorum L. V. Diese als die vierzigste mechani-sche Erfindung des Auchimedbs benannte Aufgabe wird auch von Heround Pappes erwähnt, jedoch giebt ersterer das Verhältnis der Lastund Kraft zu 1000 und 5 Talenten, letzterer zu 160 und 4 Talentenan, und die Maschine soll auch eine Schraube ohne Ende ent-halten.
VII. Bd.
Eeee