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Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts / von G.G. Gervinus
Entstehung
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Die Geschichte der europäischen Staaten christlicher Zeit Gesetz all»bildet ein gemeinsames Ganze, wie im Alterthume die Geschichte ^wick.-der Staatengruppe der griechischen Halbinsel und ihrer Pflanz-städrc. In beiden Zeiten offenbart sich in dem Verlaufe der innerenEntwickelung der Staaten einerlei Ordnung und ein gleiches Ge-setz. Und dieses Gesetz ist dasselbe, das sich wieder ganz imGroßen in der Geschichte der Menschheit selber beobachten läßt.

Von den despotischen Staatsordnungen des Orients zu den ari-stokratischen, auf Sklaverei und Leibeigenschaft gegründeten Staa-ten des Alterthums und des Mittelalters, und von da zu der neue-ren noch im Gange begriffenen Staatenbildung ist ein regel-mäßiger Fortschritt zu gewahren von der geistigen und bürger-lichen Freiheit der Einzelnen zu der der Mehreren und der Vielen.

Wo aber die Staaten ihren Lebenslauf ganz vollendet haben, dabeobachtet man dann wieder, von dem Höhepunkte dieser auf-steigenden Linie der Entwickelung abwärts, ein Zurückgehen derBildung, der Freiheit und Macht von den Vielen zu den Weni-gen und Einzelnen. Dieses Gesetz ist es, das sich in jedem Theileder Geschichte, in jedem vollkommneren Einzelstaate vorfindet,und so auch in den zusammengesetzten Gruppen, die wir bezeich-net haben.

Verlauf der

Aus der Geschichte der griechischen Staatcnwclt ist eben Staa,-ncm-dieses Gesetz schon von Aristoteles mit treffender Schärfe entwickelt