sammenarbciten des Volks mit der unumschränkten Fürstengewalt,der Tyrannis der neueren Zeiten. Denn Beides, die neuereAbsolutie und die Tyrannie des Alterthums, sind die gleichenErscheinungen, die sich in allen Zügen entsprechen. Nicht andersals im Alterthum sind es meistens (wie Heinrich VII-, Ferdinandder Katholische, Marimilian von Oesterreich u. A.) neu empor-gekommen oder durch - Erbschaften und Hcirathsverbindnngcnmächtig gewordene Häuser, von denen dieses dem Adel verderb-liche Königthum ausgeht; die stehenden Heere, mit denen sie sichumgeben, entsprechen den Leibwachen der kleinen griechischenStädtckönige, die Gemeinsamkeit ihrer Politik den verwandtschaft-lichen Verhältnissen der alten Tyrannen unter sich und ihren Ver-bindungen mit den Despoten des Auslandes; die Prunksucht, diePflege der Kunst und Wissenschaft, die Beschäftigung und Blen-dung des Volks nrit großartigen Unternehmungen waren hier wiedort die gleichen politischen Mittel zur Erhaltung und wurdendann die mitwirkenden Ursachen zur Untergrabung der angemaß-ten Gewalt. Und was allein die Gleichheit der beiden Erscheinun-gen entscheidet: die neuere Absolutie bildet, wie im Alterthumdie Tyrannie, in dem Ucbcrgang von den aristokratischen zu dendemokratischen Ordnungen nur den Dnrchgangspnnkt. Sie hatden Beruf erfüllt, die gemeinschädliche Macht des Adels überallgebrochen, durch die nationale Richtung ihrer Politik in denVölkern das Bewußtsein ihrer Einheit geweckt, die Bildung inallen Klassen gleichmäßiger zugänglich gemacht, dem Erwcrbfleißder untern Stände gegen die Beeinträchtigungen der aristokrati-schen Gewaltthätigkeiten und Vorrechte Raum geschafft, dem Ge-danken eines allgemeinen Staatsbürgcrthnms, der Freiheit undgleichen Berechtigung aller Staatsmitgiieder, den Weg gebahnt,die Demokratie, wenn nicht in allem Formellen, doch in allemWesentlichen begründet zu haben. Die Absolutie hat diesen Beruf
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Buch
Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts / von G.G. Gervinus
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18
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