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die Spitze der Kirche gestellt und hatte dadurch einen Zuwachsihres Einflusses erhalten, aber es war ein wirklicher Grund derkirchlichen Freiheit gelegt dadurch, daß die geistliche Obergewaltabgestellt und nicht eine neue universale Kirche an die Stelle deralten gerückt war. So bildete sich auch im Politischen die Landes-hoheit der einzelnen Fürsten aus, die hier nicht zufällige Bevöl-kerungen und Gebiete, sondern bestimmt unterschiedene Volks-stämme beherrschten; es ward damit ausnahmsweise und allein indiesem Lande die Verwandlung der größeren Vasallen in unab-hängige Fürsten, und mithin die Ausbildung der Absolutie selbstin diesen kleinen deutschen Staaten angebahnt, allein die gefährlicheUebermacht deS Kaisers ward dadurch gebrochen, wie dort die desPabstes, und die Befestigung der kleinstaatlichcn Theilung, ver-derblich wie sie für Deutschlands Machtstellung nach außen war,war unter den damaligen Verhältnissen für seine innere Erhaltungund Freiheit unstreitig mehr Vortheil als Schaden, und mehrNothwendigkeit als Wahl. Seit mehreren hundert Jahren warennun alle Verbesserungen der Reichsverfassung, wie die der Kirche,vereitelt worden. Dies allein mußte auf die Entwickelung undOrdnung der einzelnen Theile und Lande hinweisen. Einem größe-ren Bundesreiche eine feste Verfassung zu geben, die zugleich nachinnen Ordnung, nach außen Macht gewährt hätte, wäre auchüber die politische Fähigkeit der damaligen Zeit hinausgegangen.Weder die Schweiz noch die Niederlande vermochten dies, wederdamals, noch selbst viel später, nicht einmal in Zeiten der drin;gendsten Gefahren, nicht einmal in ihren viel kleineren Kreisen;wie wäre es in Deutschland möglich gewesen, bei den ewigen Rei-bungen der Stände unter sich, des Adels mit den Fürsten, unddieser wieder mit dem Kaiser! Zwei große Erfahrungen hatten inDeutschland gleichmäßig darauf hingedrängt, die Autonomie derLandesfürften zu einer unausweichlichen Nothwendigkeit zumachen.