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Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts / von G.G. Gervinus
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sammenfall der großen einheitlichen Reiche in Ost und West, da-bei war die Freiheit von ganz Europa interessirt. lind was endlichdie innere, sei es politische, sei es geistige Freiheit in den einzel-nen Staaten betrifft, so ist es zwar wahr, daß die Absolutie, diedamals in der einheitlichen Regierung Deutschlands vermiedenward, später in die Theile selbst ihre Wege fand; aber sie warhier durch die Spaltung und Kleintheilung selber unschädlicher ge-macht, als irgendwo sonst; und sie kann das Verdienst ansprechen,die große geistige Umwälzung des 18. Jahrhunderts in Deutsch-land nicht allein nicht gehindert, sondern selbst wesentlich gefördertzu haben, ein Ereigniß, dasdcr freieren politischen Zukunft Enropa'swesentlich vorgearbeitet hat. Es war eine Revolution, dieDentsch-land im 16. Jahrh, wie in der Kirche, so auch im Staate erlebte,aber es war eine monarchische Revolution. Der Lehenadel, der inallen anderen Weststaaten Europa's in seinem Zusammenstoße mitder königlichen Absolutie erlag, erkämpfte hier in seinen mächtige-ren Häuptern, als die kaiserliche Absolutie gegen sie versucht ward,eine unabhängige Fürstenmacht, die hinfort eine bürgerliche, stattder früheren militärischen Unterlage erhielt. Es war eine Revolu-tion der Stände des deutschen Reichs, die sich wesentlich inmonarchisch-föderalistischer Sphäre hielt, wie sich die in den Nieder-landen und der Schweiz, den vom Reiche sich ablösenden Theilen,in aristokratisch-föderalistischer Sphäre bewegte.

schfr Charak- Die FreiheitSkämpfe in der Schweiz, die vor der Zeit liegen,'Zustände^'der wir bei unserer Betrachtung ausgehen, waren ein Vor->md?en Me-sp^ gewesen, — die Losreißung der Niederlande von Spanien"EÜi-inV unter Philipp II ward ein Nachspiel von dem, was in Deutsch-land unter Karl V. geschah. In beiden Landen wirkte derselbe Zugdes kleinstaatlichen deutschen Particularismuö gegen jede größereStaatseinheit, und diese Beobachtung ist in der Schweiz von be-