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Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts / von G.G. Gervinus
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sonders merkwürdigem Interesse. Die Fürstenhäuser, die zuerstund am vordringlichsten, nicht von kaiserlichen oder königlichenThronen herab, sondern mitten aus der Enge des Feudalstaateöheraus nach Machtvergrößerung rangen, waren das habsbur-gische und burgundische, aus deren Vereinigung jene weltbedrohendeMacht Karls V. hervorging. Es ist nun schon der politische Taktwunderbar, mit dem diese Häuser ihr Augenmerk gleich auf diesenMittelpunkt der europäischen Mitte (die Schweiz) richteten, derfür jede Machtentwickelung am förderlichsten schien; aber nochwunderbarer ist der nationale Instinkt, in dem sich die Schweizeram frühsten gleich gegen die ersten Keime dieser Mächte regten,indem sie, ehe die Vereinigung jener Häuser statt hatte, als ihreNebergriffe noch vereinzelt, noch neu waren, im 14. und 15.Jahrhundert Habsburg und Burgund siegreich bekämpften, undgleich unter Marimilian, der beide Häuser vereinigte, ihre Selb-ständigkeit und Unabhängigkeit thatsächlich begründeten. Hatte sodie Schweiz, die Wiege Habsburgs, in dem großen Reichsver-bandc den Anfangskampf gegen Oesterreichs Größe zu führen, soführten die Niederlande, die Wiege Burgunds, die Fortsetzungder deutschen Kämpfe gegen das burgundische Haus. Hier verfolgtePhilipp II. dieselben Ziele, wie Karl V. in Deutschland. WieDeutschland in Karls ungeheuerem Reiche sollte verschlungen wer-den, so sollten die Niederlande dem seines Sohnes gleichförmiggemacht werden, das durch den Erwerb von Portugal und dessenColonien für das verlorene Kaiserthum Ersatz fand. Die ständi-schen Freiheiten sollten der spanischen Willkühr weichen, die eigeneVerwaltung der Fremdherrschaft, die provinzielle Selbständigkeitder Einheit, die religiöse Selbstbestimmung dem katholischenZwang. Als dem Lande die Beschlüsse des tcidcntcr Concilssollten aufgedrungen werden, ein spanischer Staatsrath 1567über seine Beschwerden entschied und ein spanisches Heer ein-