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rückte, war hier schon mehr als zur Zeit des Interims inDeutschland geschehen, waö einen Aufstand rechtfertigen konnte.Bald kamen Beschwerden schneidenderer Art hinzu, wie sie Eng-land später gegen die Stuarts hatte: die Errichtung einesRathes der Unruhen, der wie die Sternkammer ein uner-hörtes Verfahren einschlug; der Umsturz der Selbstbesteuerungund die Einführung neuer handelbeschwerender Steuern, die hierwirkten, wie in England das Schiffögeld Karls I. Wie tief aberauch die politischen Beeinträchtigungen empfunden wurden, dashauptsächlich Trennende waren hier wie in Deutschland die religiö-sen Ideen, die die Menschen damals weit stärker bewegten, als dieVaterlandsliebe. Bei allen nachgiebigen Schritten Spaniens wardie Religionssache immer ausgenommen, wenn die Verfassungauch ganz gesichert werden sollte. Fielen ja doch Burgund (Bel-gien) und die Niederlande, so sehr sie in politischem Interesse Ur-sache hatten einig zu sein, über diesen Punkt auseinander, schrof-fer als sich in der Schweiz und Deutschland die verschiedenenBekenntnißgenossen veruneinigt hatten. Als 1579—80 die nörd-lichen Provinzen (Utrechter Union) von Philipp II. abfielen, ge-schah dies ganz nach den Grundsätzen der ealvinischen Reform, diehier Boden gegriffen hatte: daß einem Volke und seinen Ständenimmer das natürliche Recht zustehe, einem Tyrannen, der seinerPflicht zuwider handelt, nachdem er vergebens vermahnt war, ih-rerseits die Pflicht aufzusagen. Dieser Schritt ward von Vie-len mit Zagen gesehen. Man suchte eilig einen Rückhalt an einerneuen Monarchie, ja selbst in dem Anschluß an die mächtigenFürstenhäuser der Nachbarschaft; und es war nicht ihr Wille undihr Verdienst, wenn die Niederländer trotz dem der Monarchieentgingen. Von Deutschland wurden sie nicht unterstützt und fest-gehalten; ihre angebotene Krone ward von England und Frank-reich ausgeschlagen; und eine Herrschaft Anjou oder Oranien