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Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts / von G.G. Gervinus
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ihre Allgemeinheit furchtbare Reaktion des Katholicismus gleich-sam heraus, die sich von Pauls I V. Erhebung auf den päbstlichenStuhl an bis zum 3ttjährigen Kriege über die ganze von derRefor-mation erreichte Welt ausbreitete, und jetzt den Fortschritt zu ihrendemokratischen Entwickelungen gewaltsam abzuschneiden drohte.

Die römische Curie, als sie noch an dem freieren Charakterder Medieeischen Zeiten Theil hatte, als sie noch dem Lutherthume «"«Holms-allein gegenüber war und den Bortheil fürchtete, den Karl V.aus dem kirchlichen Zwiespalte zog, hatte einen fehlgeschlagenenVersuch gemacht, sich mit dem Protestantismus zu vergleichen.

Sobald der Calvinismus, der unversöhnliche, im Norden Euro-pa's im 6. und 7. Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts die reißend-sten Eroberungen machte, sobald das Pabstthum an Philipp II.eine unerschütterliche Stütze hatte und an den protestantischenSpaltungen in Deutschland, Niederland und England einen Bun-desgenossen erhielt, entschied sich nun erst der ganze schroffe Gegen-satz der beiden Bekenntnisse. Die römische Curie und Kirche, Lebenund Zucht, Grundsätze und Lehre erlitten eine Reformation insich selbst, nicht in dem hellen Charakter italienischer und deutscherHumanistik, sondern in dem finstern, mönchischen Geiste desspanischen Zelotismus. Mitten in diesem Geiste war die Politikder spanischen Könige, war die Inquisition und der Jesuitenordenempfangen und geboren; dies wurden die drei furchtbaren Werk-zeuge, mit denen man das Ansehen des Pabstthums herstellte, die -Fortschritte der Reformation von den romanischen Landen ab-dämmte und dann den abgefallenen Theil der Christenheit mit gei-stigen und physischen Gewalten wieder zu erobern trachtete. InEinem großen Zuge der ausdauerndsten und rücksichtslosestenReaktion trieb der päbstlichc Hos seit der angegebenen Zeit Spa-nien zu den Gewaltmitteln gegen die Niederlande; jauchzte der

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