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demokratischen Umgestaltung des Staates und der Kirche durch diePuritaner.
Der Protestantismus in Frankreich ist eine vorübergehende Siegreiche
Reaktion
Erscheinung gewesen; wir berühren seine Schicksale überhauptim Allgemeinen, und an dieser Stelle um so mehr nur vorüber-gehend, weil wir zunächst den Weg der Reformation durch diegermanischen Nationen verfolgen. In Frankreich stieß die neueLehre von Anfang an feindlich auf die königliche Absolntie, diedort länger und stärker vorbereitet war als irgendwo sonst. Franz I.hatte in dem Protestantismus mit argwöhnischem Scharfsinn einStreben nach dem „Umsturz aller göttlichen und menschlichenMonarchie" gesehen; er und seine Nachfolger widersetzten sich ihmdaher mit Feuer und Schwert. Die Geschichte der Protestantenin Frankreich, ehe sie eine politische Partei ausmachten, ist dadurcheine Märtyrergeschichte geworden; sie durchläuft dann eine Reiheschauderhafter Bürgerkriege, um zuletzt nach längerem Frieden denMärtyrertod der neuen Kirche zu erzählen. Auch dieser letzteAusgang ward durch die Bigotterie des königlichen Despotismusüber die Protestanten verhängt. Doch läßt sich nicht leugnen, daßüber ein halbes Jahrhundert lang, während der Kämpfe um seineExistenz, der Protestantismus auch mit einem größeren, nationalenInteresse in Frankreich in verderblichen Zusammenstoß gerathenwar. Wir werden später noch näher anführen, wie sehr der Cal-vinismus die Staatseinheit hier gefährdete, einen Besitz, den die "langen Arbeiten des absoluten Königthums der Nation eingetragenhatten, und den wieder aufzuopfern weder in ihrer Neigung, nochin ihrem Vortheil lag. Im Streite mit diesem großen StaatS-interesse verlor aber der Protestantismus an innerem Werthe undHeinrich IV. lernte, nur in anderer Weise als Katharina vonMediciS und Karl V., die Glaubenssachen als Mittel zu andern