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kratie und Demokratie alle Vortheile festhalte und alle Uebelvermeide.
^SnMche In der amerikanischen Verfassung wurde späterhin das politischkirchliche Ziel vollständig erreicht, das die folgerichtigen Geister inDeutschland im Anfang der Reformation, über alle bestehendenVerhältnisse hinwegsehend, in Aussicht genommen hatten. In derenglischen ging ihr eine andere voraus, die zu einem ähnlichenZiele auf einem ganz verschiedenen Wege führte, aus dem manaus den bestehenden Verhältnissen alles Bewährte erhielt. In bei-den Staaten wirkten beide Verfassungen gut; das Glück, dieMacht, die Freiheit beider wetteifern um den Preis, so auch derRuhm ihrer Verfassungen. Der Bau der englischen ist nicht nacheinem anfänglichen Plane gleichmäßig fortgeführt, aber die letztenVollender haben die vorhandenen Theile vortrefflich in zweckmäßigeUebereinstimmung zu bringen gewußt. Jahrhunderte haben darangebaut, aber Stoff und Arbeit sind in jeder Periode die besten ge-wesen. Kein neuerer Staat hat eine so normale Geschichte durch-lebt wie England, die Phasen der Staatsentwickelung sind nir-gends so rein und scharf umschrieben wie hier. Die altgermani-sche Verfassung unter dem patriarchalischen Königthum erscheintnirgends so ausgebildet, wie bei den Angelsachsen; kein Stammhat aus dieser ersten Zeitstufe seiner Staatsbildung so reicheRechts-bücher und literarische Schätze hinterlassen. Die Lehenverfassung istin keinem andern Staat so in ihren Anfängen fertig und auf dieDauer befestigt gewesen wie die normännische in England, undkeine andere Aristokratie hat sich politisch so befähigt gezeigt wiedie englische. Die königliche Absolntie hat ihre Macht nach außenund innen nirgends sonst theils so wohlthätig gebrauchen wollen,theils so wenig mißbrauchen können, wie in England. Und end-lich hat das Bürgerthum nirgends sonst dem Staate eine so große