Kraft zugebracht und sich selbst einen so großen politischen Einflußerrungen wie hier. Daher hatte sich, als man nach 1688 die Ver-fassung in neuen Verträgen sichtete und sicherte. Niemand mehrbewogen gefunden, eines dieser staatlichen Elemente ausscheidenoder verkürzen zu wollen, die sich alle nutzbar erwiesen hatten.Man glaubte dem Staat desto mehr Festigkeit zu erhalten, je mehrman ihm wirksame und erprobte Kräfte erhielt. Das Bürgerthumgönnte dem Adel seinen großen Besitz, den die Republik agrarischtheilen wollte; es fühlte sich sicher in seiner Industrie, zu derengroßer Entwickelung es nicht am wenigsten dadurch gedrängt war,daß der große Landbesitz sich ausschließlich in den Händen dcSAdels befand. Der Adel gönnte dem Bürgerthum seinen beweg-lichen Reichthum, die staatliche Pflege seiner Industrie, seinewachsende Macht im Unterhause ; er wußte wie unentbehrlich seineSteuern und sein Credit dem Staate waren, und Er fühlte sichseinerseits in seiner Muße und Staatskunde seines Einflusses sicher.Beide Stände zusammen, nicht durch Geburtsvorurtheile geschie-den, sondern familienweise in einander verzahnt, nicht nach In-teressen einer dem andern politisch entgegengesetzt, sondern jeder insich nach den natürlichsten Unterschieden politischer Grundsätze glei-cherweise parteit, beide Stände zusammen begriffen die Nützlich-keit einer einheitlichen Spitze über drei unirten Staaten, damalsohne gemeinschaftliche Gesetzgebung, und sie erhielten die Monar-chie, indem sie nur die königlichen Rechte in etwas beschränkten.Das Königthum seinerseits, indem es den Thron aus der Handdeö Parlaments annahm, verzichtete auf die Fabel seines göttlichenUrsprungs, die ihm ein besonderes, über andere Rechte erhabenesRecht verliehe. Vielmehr ist es einerlei erworbenes und vertrags-mäßig bestätigtes Recht, aus dem die Stellung des Königs, desAdels und der Gemeinen im Staate beruht, und Jeder schätzt indem Rechte des Andern zugleich sein eigenes Recht. Man blieb
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Buch
Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts / von G.G. Gervinus
Seite
85
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