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Ausbildungdes Absolu-tismus inFrankreich.
trat in demselben Maaße dem spanischen Absolutismus und Macht-streben näher, die Heinrich IV. in der Quelle verstopfen wollte.
Was zuerst den Absolutismus angeht, so arbeitete seitlange in Frankreich Alles zusammen, um hier der fürstlichen Ge-walt eine noch größere Entfaltung zu bereiten, als selbst in Spa-nien unter einem Philipp ll. Hier war in den glücklichen Zeitender Capetingischen Dynastie durch die planmäßige Vergrößerungdes Kronlandes dem Königthum seine Politik gegen den Lehen-adel für immer vorgezeichnet worden, und der Staat war hier seitdem ll. Jahrhundert so entschieden auf dem Wege zur Einheit,wie in Deutschland zur Zertheilung. Diese Richtung war in diesenZeiten so fest anglegt, daß in den unglücklichen Jahrhunderten derDynastie Valois der Aufschwung der Vasallcnmacht, die Parteizer-rissenheit und der Fremdeneinfluß weder in den Zeiten der englischenInvasionen, noch während der Hugenottenkricge sie auf die Dauerverändern konnte. Das bedrohte Gut der Staatseinhcit erhieltdadurch vielmehr neuen Werth und die einheitliche königliche Ge-walt, unter der dieses Gut am besten geborgen schien, neuesAnsehn. Alle glänzenden Fürsten Frankreichs hatten von je daraufhingearbeitet, dieser Gewalt die mögliche Ausdehnung und Nnbe-schränktheit zu geben; so noch die vier aufeinander folgendenKönige von Ludwig XI. bis Franz l., die, gerade zwischen jenenbeiden großen Unglücksperioden, Frankreich wenn nicht Ruhe undGlück, so doch Achtung und Ansehen verschafft hatten. Auf diesemWege gingen auch die Bourbons um so ungestörter fort, je ge-fährdeter gerade unmittelbar vor ihnen die Einheit des Staateswar und je weniger eine gesetzliche und stetige Gegenwirkung stän-discher Gewalten ihrer Unumschränktheit entgegenstand. Hier warnichts von der geregelten Entwickelung einer parlamentarischenVerfassung und von einem Zusammenarbeiten der Stände im