Großen (ff1566) plötzlich zusammen, und Oesterreich fiel ausseiner angreifenden Stellung seit dem 30jährigen Kriege in einezähe Defensive zurück. Zugleich waren aufSeiten der germanischenVölker die Schweiz und Deutschland in politische Schlafsucht ge-fallen und es blieben sich im 17. Jahrhundert nur Frankreich ge-gen England und Niederland, im 18. nur noch England undFrankreich gegenüber als die eifersüchtigen Vertreter des romani-schen und germanischen Elements, ein Gegensatz, der der Sacheder Freiheit auf lange hin verderblich ward. Zu seiner Machtcnt-faltung gegen Spanien war Frankreich übrigens dnrch äußere Nö-thigung gebracht worden. Spanien hatte nie aufgehört, Frankreich zu reizen. Karl V. suchte es mit den Waffen zu zerreißen,Philipp II. suchte eS, die ligistischen Bewegungen benutzend, anseine Familie zubringen, seine Nachfolger fuhren in schwächerenIntriguen fort. In Spanien fand jeder französische UnzufriedeneAufmunterung und jeder Aufrührer Unterstützung. Noch in Rj-chelieu's Zeit schloffen die auf Empörung sinnenden Orkans undBouillons mit Spanien förmliche Verträge, noch im Frondekriegwaffnetc es sich für die Unzufriedenen. Oesterreich seinerseitsfolgte derselben feindseligen StaatSkunst. Beide Reiche umschlos-sen Frankreich so, daß eS kaum eine» Ausweg hatte als zur Seeund daß es bei jedem Kriege eine ungeheuere Grenze vertheidigenmußte; vor und in dem 30jährigcn Kriege reichten sich beide wie-der in feindlicher Gesinnung gegen Frankreich im Veltlin und inMantua die Hände. Die Noth zwang Frankreich, sich dieser lä-stigen Gegner zu entledigen; die schlechte Berechnung ihrer Mittel,die selbst der Fehler eines Karl V. war, forderte bald zur Offen-sive auf; ihre zunehmende Schwäche lud zuletzt ein, ihre bisherigeRolle auf Frankreich zu übertragen. Richelieu trug zur Vergel-tung den Aufruhr nach Spanien und hals Portugal davon ab-reißen; in Deutschland zog er den Krieg in die Länge, um Pro-
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Buch
Einleitung in die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts / von G.G. Gervinus
Seite
111
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